Reuters hat am 20. Oktober 2026 den Begriff „Heat Storms“ für extrem ausgedehnte Hitzewellen eingeführt und eine Auswertung vorgelegt, nach der seit dem 6. Juli 2008 ohne Unterbrechung mindestens eine solche Großwelle aktiv war. Als Heat Storm gilt demnach eine Hitzewelle, die an ihrem Höhepunkt mindestens ein Prozent der Erdoberfläche bedeckt. Die Redaktion dokumentiert eine Abfolge globaler Ereignisse und beschreibt unter anderem einen besonders großen Heat Storm in den Jahren 2023/2024.
Parallel berichtet Insurance Business UK, dass viele Versicherer im Vereinigten Königreich extreme Hitze weiterhin primär als Wetterereignis einstufen und nicht als eigenständiges, systemisches Risiko. Diese Markteinschätzung kontrastiert mit wachsenden Schadenzahlen: Die Association of British Insurers meldete für 2025 in der britischen Sachversicherung Auszahlungen von 6,1 Milliarden Pfund infolge von Unwettern und wetterbedingten Schäden, darunter steigende Zahlungen für durch Trockenheit ausgelöste Bodensetzungen.
Die aufsichtsrechtliche Perspektive schärfte 2026 die Prudential Regulation Authority der Bank of England. Mit dem Dynamic General Insurance Stress Test (DyGIST) prüft sie, wie der Markt auf schwere Naturereignisse reagiert. Zwar definiert die Aufsicht keine eigenen Kategorien für Hitzewellen, die Tests verankern aber Klima- und Extremwetterrisiken als Bestandteil der Risikotragfähigkeit. Branchenanalysten berichten, dass einzelne Anbieter Prämienbedingungen anpassen, bestimmte Gefahren ausschließen oder parametrische Policen entwickeln. Solche Schritte sind dokumentiert, gelten jedoch nicht als flächendeckender Marktstandard.
Methodisch begründet Reuters die neue Kategorie mit dem Schwellenwert von ein Prozent globaler Flächenabdeckung und verweist auf eine kontinuierliche Kette seit 2008. Die Untersuchung ordnet Folgen wie Hitzetote, Ernteausfälle, Waldbrände, Infrastrukturschäden und Belastungen für Gesundheitssysteme zu. Für Großbritannien sind die ökonomischen Effekte vor allem über Gebäudeversicherungen und Infrastrukturkosten sichtbar; Lebensversicherer haben ihre Annahmen zu hitzebedingter Sterblichkeit laut Branchenberichten bislang nur begrenzt angepasst.
Offen bleibt, ob und wann britische Versicherer Hitze als eigenständige Katastrophengefahr systematisch neu bewerten. Aussagen, die auf einen baldigen, branchenweiten Kurswechsel hindeuten, sind derzeit Einschätzungen einzelner Marktteilnehmer. Klar ist jedoch: Die Kombination aus anhaltenden, großräumigen Hitzewellen, steigenden Schadenzahlungen und aufsichtlichen Stresstests erhöht den Druck, Modellierung, Zeichnungspolitik und Kundenschutz an neue Klimarisiken anzupassen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).