Die Bank of England setzt beim Thema Bargeld stärker auf den Dialog mit der Bevölkerung. Victoria Cleland, Chief Cashier der Notenbank, hob in einer Rede auf der Intergraf Currency+Identity Conference am 15. Oktober 2026 hervor, dass technologische Sicherheitsmerkmale allein nicht genügen. Entscheidend sei, wie Änderungen an Banknoten, Ausgabeverfahren und Informationen zu Fälschungsschutz verständlich und frühzeitig erklärt werden. Nur so lasse sich Vertrauen in den Alltagseinsatz von Banknoten nachhaltig sichern.
Als Begründung verwies Cleland auf das veränderte Zahlungsverhalten im Vereinigten Königreich: Zwar nimmt die Nutzung bargeldloser Verfahren zu, zugleich sind weiterhin Millionen Menschen auf Bargeld angewiesen. Für diese Gruppen müsse die Bank von England Informationen barrierearm aufbereiten – etwa mit gut erkennbaren Sicherheitsmerkmalen, verständlichen Materialien für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und zielgruppengerechten Formaten. Zudem brauche es Reichweite über verschiedene Kanäle, damit Hinweise zu neuen Merkmalen nicht nur Fachkreise, sondern auch Händlerinnen und Händler sowie das breite Publikum erreichen.
Praktisch bedeute dies nach Cleland: transparente Kommunikation vor und während Umstellungen, enge Zusammenarbeit mit Geschäftsbanken, Einzelhandel und der Strafverfolgung sowie Aufklärung darüber, wie Sicherheitsmerkmale zu prüfen sind. Sie stellte klar, dass sich die Wirksamkeit solcher Maßnahmen empirisch belegen müsse; die Bank verweist hierfür auf laufendes Monitoring und Forschung zur Bargeldnutzung.
Der Kontext der Rede ist die fortgesetzte Erneuerung des britischen Bargeldbestands, etwa mit Polymerbanknoten und dem laufenden Austausch älterer Bestände mit Motiven von King Charles III. Solche Veränderungen erfordern nach Einschätzung der Bank of England nicht nur robuste Technik und sichere Lieferketten, sondern auch nachvollziehbare Entscheidungen und öffentlich sichtbare Verantwortung. Kommunikationsbudgets und -strategien seien daher integraler Bestandteil der Banknotenplanung.
Für Handel, Dienstleister und Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies klarere Orientierung: Welche Scheine sind gültig, wie lassen sie sich prüfen, und wie funktioniert die Rückgabe veralteter Noten. Für Behörden und Unternehmen im Bargeldkreislauf unterstreicht Clelands Auftritt die Notwendigkeit abgestimmter Informationskampagnen, um Missverständnisse zu vermeiden und Fälschungsrisiken zu senken. Ob und in welchem Umfang der verstärkte Dialog das Vertrauen messbar steigert, wird nach Angaben der Bank von England anhand weiterer Daten evaluiert. Eine Veröffentlichung der Rede durch die Notenbank ist üblich und wird erwartet.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).