Die externe Geldpolitikerin Megan Greene sieht die jüngste Aufwärtsrevision der Konjunkturdaten als Beleg dafür, dass die Bank of England die Zinsen erneut anheben sollte. Die Mitgliederin des Monetary Policy Committee verwies in einer Rede am 8. Oktober 2026 auf stärkere kurzfristige Wachstumsindikatoren und überarbeitete Prognosen. Bloomberg berichtete am 13. Oktober über ihre Position.
Greene argumentierte, ein Wachstumsschub verringere bei gegebenem Zinsniveau die geldpolitische Restriktion. Um den Kurs zur Preisstabilität zu sichern, könne deshalb eine weitere Straffung der Bank Rate nötig werden. Sie stellte ihre Einschätzung als persönliche Sicht dar und nicht als Vorfestlegung des Gremiums. Reuters hatte über dieselbe Rede berichtet und die Risikoabwägung betont, dass sich die Notenbank nicht allein auf hohe Anleiherenditen verlassen könne, um die Inflation zu dämpfen.
Faktisch bleibt die Entscheidung über den nächsten Zinsschritt Aufgabe des gesamten Monetary Policy Committee. In den jüngsten Debatten innerhalb des Gremiums traten unterschiedliche Akzente zutage. Während Falken wie Catherine Mann wiederholt vor dem Risiko hartnäckiger Inflation gewarnt haben, verweisen andere auf Anzeichen nachlassender Preisdynamik und die Belastungen für Kreditnehmer. Der Dissens spiegelt die unsichere Lage wider: Löhne, Dienstleistungspreise und der Wechselkurs reagieren unterschiedlich schnell, und externe Schocks können die Entwicklung im Vereinigten Königreich zusätzlich beeinflussen.
An den Finanzmärkten stiegen nach Greenes Äußerungen die Erwartungen, dass die Bank of England bei den nächsten Sitzungen an einer strafferen Linie festhalten könnte. Solche Marktsignale sind jedoch Indikatoren, keine Vorentscheidungen. Das Komitee stützt sich auf eine Gesamtschau aus Inflationsprojektionen, Arbeitsmarkt- und Aktivitätsdaten sowie Bewertungen der Finanzstabilität. Reden einzelner Mitglieder, die die Bank of England auf ihrer Website dokumentiert, dienen der Einordnung dieser Abwägungen.
Mögliche Folgen eines weiteren Zinsschritts wären höhere Finanzierungskosten für Haushalte und Unternehmen, ein Einfluss auf Gilt-Renditen und die Währung sowie eine dämpfende Wirkung auf die Nachfrage. Befürworter sehen darin ein Mittel, die Inflation verlässlich an das Ziel zurückzuführen. Kritiker warnen vor einer Überstraffung, die das Wachstum abwürgen könnte. Greenes Stellungnahme ordnet sich in diese Abwägung ein: Sie knüpft die Option einer Zinserhöhung an die bestätigten Signale eines robusteren Wachstums und damit an die Frage, wie restriktiv die Geldpolitik im aktuellen Umfeld tatsächlich wirkt.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).