Ostengland

Peterborough stoppt Local-Plan-Beschluss: Streit um Showground und Drysides geht in Prüfung

Der Peterborough City Council hat den geplanten Beschluss zum neuen Local Plan am 3. September 2026 per kommunalem Call-in gestoppt. Strittig sind Festlegungen zum East of England Showground und zum Gebiet Drysides.

Der Peterborough City Council hat am 3. September 2026 den geplanten Beschluss über die „Proposed Submission Version“ des Peterborough Local Plan per kommunalem Call-in ausgesetzt. Damit geht die Vorlage zur weiteren Prüfung an das zuständige Scrutiny Committee, bevor das Stadtkabinett erneut darüber entscheiden kann. Der Schritt betrifft den Fahrplan für das zentrale Planungsdokument der Stadt bis 2043 und verzögert den weiteren Ablauf.

Anlass des Call-in sind nach Angaben aus Ratsunterlagen und lokalen Berichten zwei besonders umstrittene Flächenfestlegungen. Erstens betrifft dies den East of England Showground, für den Entwürfe Kapazitäten für Wohnbebauung vorsehen. Zweitens geht es um das als Drysides bekannte Gebiet nördlich des Old River Nene bei Stanground, das in der Vorlage als mögliches Beschäftigungs- und Industrieareal ausgewiesen war. Beide Punkte hatten im Vorfeld breiten Widerspruch von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie lokalen Interessengruppen ausgelöst. Genannt werden insbesondere Umweltbelange, Landschaftsbild, Verkehrsanbindung und Erschließung.

Das Call-in im kommunalen Governance-System bedeutet nicht die Verwerfung der Vorlage, sondern eine angeordnete Überprüfung. Das Scrutiny Committee kann Begründungen anfordern, Änderungen empfehlen oder die Angelegenheit an das Stadtkabinett zurückgeben. Dieser Mechanismus unterscheidet sich von einem ministeriellen Call-in durch den Secretary of State; es handelt sich hier um eine innerstädtische Kontrolle von Kabinettsentscheidungen. Laut Tagesordnung war im Zuge des Verfahrens eine erneute, sechs Wochen umfassende öffentliche Beteiligung für September und Oktober vorgesehen. Ob diese Fristen in der geltenden Form aufrechterhalten werden, ist nach dem Call-in offen.

Der Local Plan legt als rechtsrelevanter Rahmen die Leitlinien für Bebauung, Infrastruktur und Flächennutzung in Peterborough fest und steuert nachgelagerte Einzelentscheidungen der Planungsbehörde. Kontrovers werden regelmäßig Festsetzungen, die erhebliche Auswirkungen auf Natur und Verkehr haben oder gewachsene Nutzungen verändern. Genau hier setzen die Einwände bei Showground und Drysides an: Neben Art und Umfang möglicher Bebauung stehen Leistungsfähigkeit des Straßennetzes, Hochwasser- und Naturschutzfragen sowie die Einbettung in bestehende Quartiere im Fokus.

Die Stadtverwaltung betont, der Prozess solle transparent und mit substantieller Beteiligung der Öffentlichkeit geführt werden. Formale Stellungnahmen, fachliche Nachweise und Gutachten sollen nun in die Ausschussberatung einfließen. Welche inhaltlichen Anpassungen am Entwurf folgen und wie sich der Zeitplan für eine spätere Einreichung bei der zuständigen Ministerialstelle entwickelt, hängt von den Ergebnissen der Prüfung im Scrutiny Committee ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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