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Opfer von Ausbeutung auf Skilled-Worker-Visum dürfen Arbeitgeber wechseln

Das Home Office erlaubt als Opfer moderner Sklaverei anerkannte Inhaber eines Skilled-Worker-Visums, ihren Sponsor zu verlassen und bis zum Ablauf ihres Visums bei jedem Arbeitgeber zu arbeiten.

Die Regierung des Vereinigten Königreichs lockert die Bindung von Skilled-Worker-Visa an einzelne Sponsoren für anerkannte Opfer moderner Sklaverei. Das Home Office teilte am 3. September 2026 mit, dass Betroffene ihren bisherigen Sponsor verlassen und bis zum Ende der aktuellen Visumsdauer bei jedem Arbeitgeber arbeiten dürfen. Damit reagiert das Innenministerium auf dokumentierte Fälle von Ausbeutung, insbesondere in der Pflege, Gastronomie und Hotellerie.

Kern der Änderung ist eine Ausnahmeregel für Personen, die im staatlichen National Referral Mechanism als Opfer bestätigt wurden. Nach einer positiven Entscheidung in den sogenannten Conclusive Grounds entfällt für die Restlaufzeit des Skilled-Worker-Visums die Verpflichtung, ausschließlich für den ursprünglich lizenzierenden Sponsor tätig zu sein. Die Maßnahme soll verhindern, dass Beschäftigte wegen drohender Visaverluste in missbräuchlichen Arbeitsverhältnissen verharren.

Nach Regierungsangaben bleibt die Ahndung von Straftaten unberührt. Arbeitgeber, gegen die Belege für Ausbeutung vorliegen, sollen den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden; zusätzlich behält sich das Home Office aufsichtsrechtliche Schritte gegen missbräuchliche Sponsoren vor, bis hin zum Entzug der Sponsorlizenz. Die Neuerung ist Teil eines in einer schriftlichen ministeriellen Erklärung umrissenen Pakets von Änderungen der Einwanderungsregeln. Für einzelne Bestandteile werden gestaffelte Inkrafttretensdaten genannt.

Praktische Detailfragen sind noch offen. Das Innenministerium hat angekündigt, die Durchführungsbestimmungen zu präzisieren. Erwartet werden Hinweise dazu, wie Betroffene und neue Arbeitgeber einen Wechsel anzeigen, welche Fristen gelten und welche Wirkungen die Änderung auf Unterstützungsleistungen und Unterbringung hat. Fachverbände und Antisklaverei-Organisationen bewerten die Öffnung überwiegend positiv, verweisen aber auf strukturelle Risiken in visaabhängigen Beschäftigungsmodellen. Sie fordern engmaschigere Kontrollen im Sponsorenregime, transparente Daten zu Fallzahlen sowie ausreichende Beratungs- und Schutzangebote, damit Betroffene realistische Alternativen finden.

Hintergrund ist eine wachsende Zahl von Berichten, nach denen Arbeitsmigrantinnen und -migranten unter dem Skilled-Worker-Visum, besonders Pflegekräfte, anfällig für ausbeuterische Praktiken waren. Gerichtsurteile und Untersuchungen hatten die Gefahr betont, dass die Kopplung des Aufenthaltsstatus an einen einzelnen Arbeitgeber Missbrauch begünstigt. Mit der nun vorgestellten Korrektur schafft das Home Office für anerkannte Opfer eine rechtlich abgesicherte Möglichkeit zum Arbeitsplatzwechsel, ohne dass der Visastatus verfällt. Wie wirksam die Regelung ist, wird davon abhängen, wie schnell Entscheidungen im National Referral Mechanism ergehen und ob neue Arbeitgeber bereitstehen, die Betroffene rechtssicher übernehmen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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