Der Sommer 2026 war nach vorläufigen Angaben des britischen Wetterdienstes Met Office der wärmste im Vereinigten Königreich seit Beginn der landesweiten Klimamessungen im Jahr 1884. Die am 1. September 2026 veröffentlichte Einschätzung bezieht sich auf den meteorologischen Sommer vom 1. Juni bis 31. August und stützt sich auf die Klimadatenreihe HadUK-Grid. Demnach lag die mittlere Sommertemperatur über dem bisherigen Höchstwert, der erst 2025 erreicht worden war.
Das Met Office beschreibt eine Saison mit einem sehr warmen Juni, einem außergewöhnlich trockenen und sonnenscheinreichen Juli sowie mehreren Hitzeepisoden im August, die regional Spitzenwerte brachten. Für England, Wales und Nordirland weist die Behörde neue Rekorde bei der mittleren Sommertemperatur aus. Schottland blieb vergleichsweise kühler und verzeichnete kein neues Allzeitmaximum. Die Angaben sind vorläufig und können sich nach Datenabgleich und Qualitätssicherung noch geringfügig ändern.
Fachleute des Met Office ordnen die Ergebnisse in den längerfristigen Trend ein. Dr. James Pope, Klimawissenschaftler beim Met Office, erklärte, die beobachteten Werte entsprächen den Erwartungen in einem bereits deutlich erwärmten Klima. Auch Dr. Mark McCarthy vom Met Office betonte, dass außergewöhnlich warme Sommer durch den menschengemachten Klimawandel wahrscheinlicher geworden sind. Beide verwiesen darauf, dass regionale Faktoren wie vorherrschende Wetterlagen, Bodenfeuchte und Ozeanbedingungen die Ausprägung einzelner Hitzephasen beeinflussen.
Statistisch auffällig ist laut Met Office, dass der Großteil der wärmsten Sommer der Messreihe in diesem Jahrhundert liegt. Das unterstreicht den langfristigen Erwärmungstrend, der bereits in Analysen zu den Jahren 2024 und 2025 sichtbar wurde. Die aktuelle Einordnung ergänzt diese Entwicklung nun um einen weiteren Höchstwert beim sommerlichen Landesmittel.
Die vorläufigen Zahlen haben praktische Relevanz für Behörden, Versorger und Infrastrukturbetreiber. Sie dienen als Grundlage für Planungen zum Hitzeschutz und zur Anpassung an Extremwetterereignisse, etwa bei der Wasserversorgung, im Gesundheitswesen oder im Energiesystem. Zugleich bleibt die Frage nach den konkreten Ursachen einzelner Wetterepisoden eine wissenschaftliche: Attributionstudien, die den Einfluss des Klimawandels auf spezifische Ereignisse quantifizieren, folgen in der Regel erst nach gesonderter Auswertung.
Bis zur endgültigen Bestätigung der Messwerte verweist das Met Office auf die etablierte Praxis, vorläufige Datensätze zeitnah zu veröffentlichen, um die Öffentlichkeit über Lage und Trend zu informieren. Die Behörde betont, dass die spätere Qualitätssicherung regelmäßig nur geringe Korrekturen am landesweiten Mittel ergibt.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).