Der Leiter des Dover District Council, Kevin Mills, hat die Reaktion der Polizei auf die Blockade des Port of Dover am 5. September als zu langsam kritisiert. Die Aktion sei „außergewöhnlich gut organisiert“ gewesen und habe mehrere Behörden „auf dem falschen Fuß“ erwischt, sagte er. Nach seinen Angaben und übereinstimmenden Medienberichten behinderten vermummte Gruppen zeitweise die Zufahrtsstraßen zum wichtigsten Fährhafen Großbritanniens, was zu langen Staus und Verzögerungen im Fährverkehr führte.
Videos zeigen Dutzende schwarz gekleidete Männer, die Fahrbahnen besetzten und den Slogan stop the boats skandierten. Der Hafenbetrieb Richtung Frankreich wurde phasenweise gestört. Der Betreiber warnte Autofahrer vor Beeinträchtigungen; der reguläre Verkehr lief im Tagesverlauf schrittweise wieder an.
Kent Police erklärte, Kräfte hätten den Einsatz als spontane Demonstration behandelt und Durchfahrten wieder geöffnet. Zugleich kündigte die Behörde Ermittlungen zu möglichen Straftaten an, darunter zur Organisation und Koordination der Blockaden. Angaben zu Festnahmen oder Verletzten lagen am Wochenende zunächst nicht vor. Die Polizei bat Verkehrsteilnehmer um Video- und Zeugenaussagen, um die Abläufe lückenlos zu rekonstruieren.
Mills forderte eine Auswertung der behördlichen Abläufe. Die Koordination zwischen Polizei, Straßenbehörden und Hafenbetreiber müsse verbessert werden, sagte er. Der Bezirksrat will demnach mit Kent Police und dem Port of Dover klären, wie Informationen schneller geteilt und Straßensperren früher aufgelöst werden können. Der Rat betonte zugleich, legitimer Protest müsse die öffentliche Sicherheit und kritische Infrastruktur respektieren.
Politisch ist der Vorfall sensibel, weil der Hafen von Dover ein Nadelöhr für den Waren- und Personenverkehr zwischen England und Frankreich ist. Blockaden treffen Pendler, Touristen und Lieferketten gleichermaßen. Beobachter verweisen darauf, dass kleinere, mobil organisierte Gruppen Verkehrsachsen mit geringem Aufwand erheblich stören können. Sicherheitsbehörden stehen damit vor der Aufgabe, Versammlungsfreiheit zu wahren und zugleich die Funktionsfähigkeit des Verkehrsnetzes zu sichern.
Kent Police und der Dover District Council kündigten eine gemeinsame Lagebewertung an. Der Port of Dover informierte, dass der Betrieb weiterläuft, Reisende jedoch mit kurzfristigen Verzögerungen rechnen mussten. Weitere Angaben zu Initiatoren, Beteiligtenzahl und möglichen Anklagen wurden zunächst nicht gemacht. Eine umfassende Bewertung der Ereignisse wird nach Abschluss der polizeilichen Untersuchung erwartet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).