Wirtschaft

Bank of England: Firmen senken Preiserwartungen leicht

Unternehmen im Vereinigten Königreich rechnen laut Decision‑Maker‑Panel der Bank of England für die nächsten zwölf Monate mit etwas geringeren eigenen Preissteigerungen. Die einjährigen Verbraucherpreis- und Lohnerwartungen bleiben moderat.

Die Bank of England hat am 4. September 2026 die August‑Auswertung ihres Decision‑Maker‑Panel veröffentlicht. Demnach erwarten Unternehmen im Vereinigten Königreich für die nächsten zwölf Monate eine eigene Preissteigerung von 3,8 Prozent. Das ist ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber der dreimonatigen Vergleichsperiode bis Juli (3,9 Prozent). Die Erhebung wurde zwischen dem 7. und 21. August durchgeführt und umfasst 2.012 Antworten.

Auch die Erwartungen für die einjährige Verbraucherpreisinflation sanken leicht auf 3,1 Prozent, nach 3,4 Prozent im Dreimonatszeitraum bis Juli. Die erwartete Lohnentwicklung für das nächste Jahr blieb unverändert bei 3,4 Prozent. Unternehmen berichteten zugleich über eine realisierte Jahreslohnzunahme von 4,0 Prozent in den drei Monaten bis August. Bei der Beschäftigung zeigte sich eine leichte Erholung: Die realisierte jährliche Veränderung verbesserte sich von minus 0,4 Prozent auf minus 0,2 Prozent. Für die kommenden zwölf Monate gaben die befragten Firmen eine erwartete Beschäftigungszunahme von 0,1 Prozent an.

Seit April fragt die Bank systematisch ab, wie der jüngste Energieschock die Geschäftstätigkeit in den nächsten zwölf Monaten beeinflusst. Im August gaben 59 Prozent der Firmen an, ihre Preise erhöhen zu wollen; das sind fünf Prozentpunkte weniger als im April. 61 Prozent erwarten geringere Gewinnmargen. Diese Antworten verweisen auf nachlassenden, aber weiter präsenten Kostendruck in Teilen der Wirtschaft.

Für die Geldpolitik ist die Entwicklung der Preissetzung und Löhne zentral. Die leichten Rückgänge bei den Preis- und Verbraucherpreiserwartungen deuten auf eine weitere Normalisierung der preisseitigen Erwartungen hin, liegen aber noch über dem Inflationsziel der Bank von 2 Prozent. Für eine nachhaltige Rückkehr zum Ziel bleibt aus Sicht von Marktbeobachtern entscheidend, ob sich der Lohndruck weiter abschwächt und ob Unternehmen bei Energie- und Importkosten Entlastung sehen. Reuters hob in einer ersten Einordnung die Relevanz der DMP‑Ergebnisse für die künftige Zinspfad‑Abwägung hervor.

Die Bank of England will am 11. September 2026 eine aktualisierte Agents’ Summary vorlegen. Die Einschätzungen der regionalen Agenten ergänzen die Unternehmensumfrage und fließen in die Lagebeurteilung des Monetary Policy Committee ein. Die nächsten DMP‑Daten sollen turnusgemäß im Oktober folgen.

Tatsachen und Zuschreibungen: Die berichteten Messwerte stammen aus der DMP‑Erhebung der Bank of England. Einordnungen und Ausblicke werden Marktbeobachtern zugeschrieben oder ergeben sich aus der begleitenden Kommunikation der Bank.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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