Britische Banken haben in den vergangenen Monaten vermehrt höher risikobehaftete Kreditforderungen als Sicherheiten bei der Bank of England hinterlegt. Das geht aus einer am 2. September 2026 veröffentlichten Reuters-Analyse hervor, die sich auf Zentralbankunterlagen zu akzeptierten Sicherheiten sowie auf Bankmeldungen stützt.
Laut der Auswertung wächst der Anteil von Vermögenswerten, die außerhalb des klassischen Staatsanleihe- und Covered-Bond-Spektrums liegen. Genannt werden unter anderem Zahlungsansprüche aus Laden- und Kreditkarten, Leasingforderungen, Verbriefungen von Konsumentenkrediten und strukturierte Papiere aus dem privaten Kreditsektor. Als Beispiele erscheinen in den einschlägigen BoE-Unterlagen Namen wie NewDay, Harben Finance und der Small Business Origination Loan Trust. Diese Nennungen deuten darauf hin, dass Institute verstärkt versuchen, weniger traditionelle Forderungen für die kurzfristige Liquiditätsbeschaffung nutzbar zu machen.
Die Bank of England akzeptiert in ihrem Liquiditäts- und Refinanzierungsrahmen neben erstklassigen Staatsanleihen auch andere, weniger liquide oder kreditrisikobehaftete Vermögenswerte, sofern sie Qualitäts- und Transparenzanforderungen erfüllen. In der BoE-Systematik werden riskantere Sicherheiten häufig in niedrigeren Qualitätsstufen wie Level C erfasst. Gegen solche Sicherheiten erhalten Institute Zentralbankliquidität, die Ausleihbeträge werden aber durch konservative Bewertungen und Haircuts begrenzt.
Die Zentralbank verweist in ihrem Financial Stability Report und in Aufsichtspapieren auf Verschiebungen im Finanzsystem: Nichtbank-Kreditgeber und Private-Credit-Strukturen gewinnen an Bedeutung, was die Vernetzung von Banken und Kapitalmarktvehikeln erhöht. Die Aufseher betonen, dass breitere Sicherheitenrahmen die Liquidität stützen können, zugleich aber strenge Bewertungsmodelle, Datenqualität und belastbare Abwicklungsprozesse in Stresslagen erfordern. Eine Zunahme komplexer oder illiquider Sicherheiten macht transparente Offenlegung und konservative Risikopuffer nötig.
Für die Regulierungsdebatte im Vereinigten Königreich sind zwei Punkte zentral. Erstens könnten Banken durch die Nutzung von Verbriefungen und forderungsbasierten Papieren als Sicherheiten Risiken in andere Segmente verlagern, ohne sie vollständig zu reduzieren. Zweitens erhöht die engere Verzahnung mit Private Credit die Bedeutung von konsistenten Bewertungsstandards über den Bankensektor hinaus. Reuters zitiert in der aktuellen Analyse keine neuen Stellungnahmen der Bank of England oder einzelner Institute; die Befunde beruhen auf den genannten Unterlagen und veröffentlichter BoE-Statistik.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).