Wirtschaftspolitische Denkfabriken, ehemalige Notenbanker und Abgeordnete drängen die Bank of England, ihre aktiven Verkäufe britischer Staatsanleihen im Rahmen der Quantitative Tightening-Politik zu drosseln oder vorübergehend auszusetzen. Der Aufruf erfolgte am 15. September 2026, zwei Tage vor der Sitzung des Monetary Policy Committee am 17. September 2026, bei der der Kurs für die Reduktion der Bilanz im kommenden Jahr festgelegt werden soll.
Die Befürworter einer Kursänderung verweisen auf erhöhte Gilts-Renditen und gestiegene Finanzierungskosten des Staates im Vereinigten Königreich. Aus ihrer Sicht verstärken aktive Auktionen das verfügbare Angebot an Papieren und können dadurch die Renditen hochtreiben – mit unmittelbaren Folgen für den Haushalt. Vertreter des Institute for Public Policy Research und mehrere frühere Mitglieder der Geldpolitik argumentieren, eine Pause oder Verlangsamung der Verkäufe könne die Märkte beruhigen und die Zinslast mindern.
Die Bank of England hat in offiziellen Mitteilungen betont, dass der Abbau der Bestände in der Asset Purchase Facility seit 2022 schrittweise verläuft und regelmäßig überprüft wird. Laut einem Market Notice vom Juni 2026 soll der genaue Umfang der Maßnahmen für den Zeitraum Oktober 2026 bis September 2027 im Anschluss an die MPC-Entscheidung bekanntgegeben werden. Im Monetary Policy Report vom Juli 2026 unterstrich die Notenbank zudem, dass die Mischung aus passivem Auslaufen und aktiven Verkäufen an Marktbedingungen und geldpolitischen Zielen ausgerichtet wird.
Auch auf parlamentarischer Ebene wächst das Interesse an den Folgen der Bilanzpolitik: Eine schriftliche Frage vom 3. September 2026 zielt auf die Auswirkungen von Quantitative Tightening auf langfristige Zinsen und öffentliche Finanzen und erwartet bis zum 17. September eine Antwort.
Die möglichen Folgen einer Entscheidung sind klar zu trennen. Eine Verlangsamung oder Pause aktiver Verkäufe dürfte kurzfristig den Renditedruck dämpfen und den Haushalt entlasten, würde aber den bilanziellen Rückzug der Notenbank verzögern. Eine Fortsetzung des bisherigen Tempos beschleunigte zwar den Abbau der Zentralbankbilanz, könnte jedoch die Refinanzierungskosten des Staates erhöhen. Welche Abwägung überwiegt, entscheidet das Monetary Policy Committee am 17. September 2026 – mit unmittelbaren Konsequenzen für Märkte und Fiskus.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).