Wirtschaft

New Economics Foundation kritisiert Haftungsregeln zwischen Bank of England und Treasury

Die Denkfabrik New Economics Foundation legt eine Analyse vor, wonach die bestehenden Haftungsregeln zwischen Bank of England und Staat fiskalische Risiken bergen und alternative Modelle, etwa aus Australien, geprüft werden sollten.

Kurzmeldung

Die New Economics Foundation (NEF) hat am 11. September 2026 eine Analyse veröffentlicht, die die derzeitigen Haftungsregeln zwischen der Bank of England und dem Treasury kritisch bewertet. Die Studie führt aus, dass die Kombination aus gestiegenen Zinsen, den Erträgen aus früheren Anleihekäufen und dem Ausgleichsversprechen des Staates die öffentlichen Finanzen unter Druck setzen könne. Entscheidend seien Überlegungen zu den Zahlungsflüssen zwischen der Asset Purchase Facility (APF), der Bank of England und HM Treasury.

Die Denkfabrik stützt ihre Argumentation auf veröffentlichte Bilanzzahlen der Bank of England und auf eigene Szenarienrechnungen. In der Analyse wird erläutert, dass höhere Leitzinsen die Kosten für die Verzinsung von Zentralbankreserven erhöhen können, während zugleich die laufenden Erträge aus gehaltenen Staatsanleihen sinken. Beim Abbau der Bilanz – dem sogenannten Quantitative Tightening – können aus Verkäufen Buchverluste entstehen, die nach den aktuellen Vereinbarungen durch das Treasury ausgeglichen werden müssten. Die Bank selbst beschreibt die bilanziellen Effekte in ihrem Monetary Policy Report vom Juli 2026, nimmt aber keine politische Bewertung der bestehenden Haftungsregelung vor.

Die NEF bezeichnet die bestehenden Regelungen als politisch fragwürdig und fordert eine Neubewertung der vertraglichen Arrangements. Konkrete Gesetzesänderungen schlägt die Studie nicht vor; sie präsentiert vielmehr Handlungsoptionen, etwa zeitliche Streckung von Verlusten, bilanzielle Abfederung oder eine veränderte Verteilung fiskalischer Risiken. Als Beispiele, wie solche Mechanismen umgesetzt werden könnten, nennt die NEF Reformansätze aus Australien.

Für Grossbritannien würde eine Umsetzung laut Studie Anpassungen in Governance, eine klarere Abgrenzung zwischen Geld- und Fiskalpolitik sowie höhere Transparenzanforderungen erfordern. Politisch berührt der Befund zentrale Fragen für Regierung und Parlament: Wie lassen sich Unabhängigkeit der Geldpolitik, die Stabilität der öffentlichen Finanzen und die Handlungsfähigkeit der Zentralbank zugleich sichern? Die Veröffentlichung hat deshalb das Potenzial, eine fachpolitische Debatte über die Ausgestaltung von Haftung und Transparenz bei Zentralbankoperationen im Vereinigten Königreich anzustoßen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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