Politik

Aktivisten drängen auf Moratorium für künstliche Intelligenz‑Rechenzentren im Vereinigten Königreich

Am 3. September 2026 fordern Umwelt‑ und Bürgergruppen sowie Abgeordnete ein landesweites Moratorium für neue KI‑Rechenzentren. Proteste in London und Schottland und eine im Unterhaus eingebrachte Early Day Motion erhöhen den Druck.

Umweltverbände, lokale Bürgerinitiativen und mehrere Abgeordnete des Unterhauses haben am 3. September 2026 ein landesweites Moratorium für neue Rechenzentren gefordert, die große Modelle der künstlichen Intelligenz betreiben. Die Kampagnen verweisen auf hohen Strom‑ und Wasserverbrauch, Belastungen für Netze und Trinkwassersysteme sowie lokale Auswirkungen auf Luftqualität und Infrastruktur im gesamten Vereinigtes Königreich.

Rückhalt erhält die Forderung durch eine im Unterhaus eingebrachte Early Day Motion, die eine Aussetzung neuer Genehmigungen verlangt, bis eine nationale Strategie mit verbindlichen Umweltprüfungen und Verbrauchsgrenzen vorliegt. Parallel dazu kam es zu Protesten in London, unter anderem gegen Pläne auf dem Gelände der ehemaligen Truman Brewery an der Brick Lane. In Schottland mobilisieren Gruppen wie Stop AI Data Centres Scotland gegen mehrere groß dimensionierte Vorhaben; auch die Debatten im schottischen Parlament und regionale Petitionen verweisen auf Regelungslücken im Planungsrecht. Aus Polizeikreisen in Larbert wurde jüngst mit öffentlichem Widerstand gegen ein dort geplantes Rechenzentrum gerechnet.

Die Befürworter eines Moratoriums verlangen klare Schwellenwerte für Energie‑ und Wasserbedarf, engere Umweltverträglichkeitsprüfungen und eine Koordination mit dem Netzausbau, bevor weitere Projekte bewilligt werden. Sie argumentieren, dass der rapide Zubau sogenannter Hyperscale‑Standorte ohne bundeseinheitliche Leitplanken ökologische Risiken in besonders belasteten Regionen verschärft und kommunale Infrastruktur überfordert.

Regierung und Industrie warnen dagegen, ein generelles Moratorium könne Investitionen und Arbeitsplätze gefährden und die Bereitstellung kritischer Rechenkapazitäten für öffentliche Dienste wie Gesundheitswesen oder Forschung verzögern. In Stellungnahmen wird zudem auf bereits laufende Effizienz‑ und Dekarbonisierungsprogramme verwiesen sowie auf die Möglichkeit, Bedarfe durch erneuerbare Energien, Abwärmenutzung und Lastmanagement zu decken.

Offen bleibt, welche Kriterien kurzfristig politisch mehrheitsfähig sind. Strittig sind insbesondere: einheitliche Definitionen für besonders genehmigungspflichtige Anlagen, belastbare Grenzwerte für Wasser‑ und Stromverbrauch, Ausnahmen für sicherheitsrelevante Infrastrukturen und der Zeitplan für den Netzausbau. Ohne zeitnahen Rahmen drohen weitere lokale Auseinandersetzungen und Verzögerungen in Planungsverfahren. Die aktuelle Entwicklung stützt sich auf öffentliche Parlamentsdokumente, Mitteilungen der beteiligten Kampagnen sowie Berichte über Proteste in London und in mehreren schottischen Gemeinden.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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