Die UK Health Security Agency hat am 22. Oktober 2026 das Cold Mortality Monitoring Report für England zum Winter 2025/26 veröffentlicht. Die Behörde schätzt in dem Bericht rund 2.200 Todesfälle, die mit kalten Wetterperioden assoziiert werden. Die Schätzung beruht auf modellgestützten Analysen täglicher Sterberegistrierungen und Temperaturdaten des Met Office über definierte Kälteepisoden. Insgesamt identifiziert der Bericht fünf getrennte Kälteepisoden; die schwerste Phase trat Anfang Januar 2026 auf und war mit der höchsten zusätzlichen Sterblichkeit verbunden.
Der Bericht zeigt deutliche regionale Unterschiede: Die höchste Rate kälteassoziierter Todesfälle pro Million Einwohner meldet die North West, gefolgt von East Midlands sowie Yorkshire and the Humber. Die UK Health Security Agency betont, dass Temperaturunterschiede allein diese Muster nicht vollständig erklären; Wohnungszustand, Zugang zu Beheizung, bestehende gesundheitliche Belastungen und soziale Faktoren tragen nach Ansicht der Autoren mit dazu bei.
Bei den zugrundeliegenden Ursachen stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vordergrund; der Bericht schätzt für diese Kategorie mehrere hundert mit Kälte assoziierte Fälle. Weitere Gruppen wie Atemwegserkrankungen, Demenz und Unfälle zeigen je nach Dauer und Intensität der Kälte unterschiedliche Zusammenhänge. Die Autorinnen und Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Angaben Assoziationen mit kaltem Wetter betreffen und nicht direkt mit anderen Maßen zur Übersterblichkeit identisch sind; methodische Beschreibungen und Unsicherheiten sind im Anhang ausführlich dokumentiert.
Das Report wird als Official Statistics in Development geführt; die UK Health Security Agency nennt verbleibende Unsicherheiten bei der Abgrenzung einzelner Episoden und regionaler Einflussfaktoren und kündigt methodische Weiterentwicklungen an. In Kommentaren zur Veröffentlichung verwies Dr. Agostinho Sousa auf die besondere Gefährdung älterer Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen und empfahl einfache Schutzmaßnahmen wie gezieltes Warmhalten von Wohnräumen, mehrfaches Schichten von Kleidung und Nachbarschafts‑Checks bei besonders Verwundbaren.
Die UK Health Security Agency stellt das Cold Mortality Monitoring Report in den Kontext längerfristiger Analysen, etwa des Office for National Statistics, und betont, dass frühzeitige Aktivierung lokaler Gesundheits- und Sozialdienste die kältebedingte Sterblichkeit mindern kann.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).