Gesundheit

Apotheker fordern Abschaffung der Rezeptgebühr im National Health Service in England

Apothekerverbände in England bezeichnen die Rezeptgebühr als „grausame Steuer auf Krankheit“ und fordern ihre Abschaffung. Eine Umfrage meldet, dass rund zehn Prozent der Befragten im vergangenen Jahr auf verordnete Medikamente verzichtet haben; die Regierung…

Kurzmeldung

Apothekerorganisationen in England haben am 22. Oktober 2026 die Abschaffung der Rezeptgebühr im National Health Service in England gefordert. Grundlage der Forderung ist eine von der National Pharmacy Association (NPA) in Auftrag gegebene Umfrage unter 1.781 Erwachsenen in England, nach der etwa zehn Prozent der Befragten im vergangenen Jahr auf verordnete Medikamente verzichtet haben, weil sie die Kosten scheuten. Die NPA und weitere Berufsverbände warnen, dass solche Kostenbarrieren die Therapietreue gefährden und gesundheitliche Ungleichheiten verschärfen können.

Die Verbände — darunter Community Pharmacy England und die Royal Pharmaceutical Society — kritisieren das bestehende System als ungerecht und fordern eine Angleichung an die Regelungen in den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreichs. In Schottland, Wales und Nordirland gebe es keine allgemeinen Rezeptgebühren, während England die Gebühr für das Haushaltsjahr 2026/27 bei 9,90 Pfund pro verordnetem Arzneimittel eingefroren hat. Die Regierung begründet das Einfrieren mit haushaltspolitischen Erwägungen; sie weist zugleich darauf hin, dass bereits rund 89 Prozent der ausgestellten Verordnungen von Zahlungen ausgenommen sind, weil bestimmte Gruppen Anspruch auf kostenlose Rezepte haben (etwa Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit bestimmten Erkrankungen).

Apotheker berichten, Patientinnen und Patienten mit mehreren verordneten Mitteln fragten zunehmend, welches Mittel «am wichtigsten» sei — ein Zeichen dafür, dass wirtschaftliche Zwänge medizinische Priorisierungen erzwingen. Die Berufsverbände fordern deshalb nicht nur die Abschaffung der Gebühr, sondern auch gezielte Unterstützungsmaßnahmen für einkommensschwache Haushalte und einen Abbau bürokratischer Hürden bei bestehenden Ausnahmeregelungen.

Ob die Regierung den Vorstoß aufnimmt, hängt von den kommenden Haushaltsentscheidungen und der politischen Priorisierung präventiver Gesundheitsausgaben ab. Klar ist laut den beteiligten Verbänden aber: Solange England als einziger Landesteil des Vereinigten Königreichs an einer allgemeinen Rezeptgebühr festhält, bleibt die Frage nach Fairness und Wirksamkeit des Systems politisch hoch relevant.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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