Ein ehemaliger Undercover-Beamter der Metropolitan Police hat gegenüber der Undercover Policing Inquiry zugegeben, während eines Einsatzes unter falscher Identität eine sexuelle Beziehung geführt zu haben. Der Mann, der den Decknamen Dave Evans nutzte, räumte eine mindestens sechs Monate dauernde Beziehung mit einer Frau ein, die ihn nur unter seiner Legende kannte. Zuvor hatte er schriftlich erklärt, es habe während seiner Tätigkeit keine solchen Beziehungen gegeben. Die neue Einlassung erfolgte in einer ergänzenden Aussage vom 2. Juli 2026 und wurde am 27. September 2026 im Rahmen der öffentlichen Untersuchung bekannt.
Der Einsatz von Dave Evans war Teil der Aktivitäten des Special Demonstration Squad der Metropolitan Police in den Jahren 1998 bis 2005. Nach den Untersuchungen der Inquiry infiltrierte der Beamte Gruppen aus dem linken Spektrum sowie Tierschutz- und Tierrechtsinitiativen. Mit der nun bestätigten Beziehung reiht sich der Fall in eine Serie von Vorwürfen ein, wonach verdeckte Beamte intime Beziehungen unter falschen Identitäten eingingen, ohne dass die Partnerinnen über die wahre Identität informiert waren.
Die Inquiry prüft, ob und in welchem Umfang Vorgesetzte von solchen Beziehungen wussten oder sie in Kauf nahmen. Dokumente und frühere Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass Beziehungen in Teilen der Einheit als Graubereich betrachtet wurden. Vertreter der Metropolitan Police haben in Verfahren mehrfach auf die Verantwortung der Führungsebene verwiesen und institutionelle Versäumnisse eingeräumt. Die späte Korrektur der Aussage von Dave Evans wirft zudem die Frage auf, ob frühere schriftliche Darstellungen vollständig waren und ob es Defizite bei der Offenlegung gegenüber der Inquiry gab.
Rechtsvertreter nichtstaatlicher Verfahrensbeteiligter forderten am 27. September 2026 eine lückenlose Aufklärung sowie disziplinarische oder strafrechtliche Konsequenzen, falls sich vorsätzliche Falschangaben bestätigen. Die Inquiry hat betont, sowohl individuelle Verantwortlichkeiten als auch strukturelle Ursachen aufzuarbeiten. Konkrete Entscheidungen über mögliche Sanktionen stehen noch aus; die Anhörungen werden in mehreren Abschnitten fortgeführt.
Die Untersuchung ist von landesweiter Bedeutung, weil sie Grundsatzfragen zu Rechtmäßigkeit, Verhältnismäßigkeit und Kontrolle verdeckter Polizeiarbeit im Vereinigten Königreich berührt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wahrung der Privatsphäre, die Einhaltung des Rechts auf informierte Zustimmung in intimen Beziehungen und die Pflicht der Behörden, Missbrauch zu verhindern. Das Geständnis von Dave Evans verstärkt den Druck auf die Metropolitan Police, frühere Einsätze umfassend zu prüfen und klare Standards für künftige verdeckte Operationen zu sichern.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).