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Neues Register nennt Tausende britische Profiteure des Sklavenhandels

Am 14. September 2026 ist das Register of British Slave Traders veröffentlicht worden. Die von William Pettigrew geleitete Forschung identifiziert mehr als 10.000 Beteiligte am transatlantischen Sklavenhandel und zeigt historische Verbindungen zu heute noch…

Am 14. September 2026 ist das Register of British Slave Traders der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Das von dem Historiker William Pettigrew koordinierte Projekt versammelt in einer durchsuchbaren Datenbank Tausende namentlich belegte Investoren, Organisatoren und Funktionsträger des britischen transatlantischen Sklavenhandels zwischen dem 16. und frühen 19. Jahrhundert. Grundlage sind Unternehmensakten, Parlamentsprotokolle, Testamente und weitere Primärquellen.

Das Register dokumentiert nach Projektangaben mehr als 10.000 Personen. Genannt werden bereits bekannte Figuren wie Edward Colston ebenso wie Angehörige der politischen und wirtschaftlichen Eliten. Auch John Locke erscheint als Anteilseigner der Royal African Company in den Quellen. Auffällig ist die Breite des Personenkreises: Neben Kaufleuten und Aristokraten sind Frauen, Parlamentsabgeordnete sowie zahlreiche kommunale Amtsträger in Handelsstädten wie Liverpool und Bristol vertreten.

Historische Eckdaten werden präzisiert: Die Royal African Company erhielt 1672 eine königliche Charta. Das Monopol auf den Handel mit Afrika fiel 1698. 1750 ordnete das Parlament den Handel neu und schuf die Company of Merchants Trading to Africa. Der transatlantische Sklavenhandel des Vereinigten Königreichs wurde 1807 gesetzlich verboten; 1833 schaffte das Parlament die Sklaverei im Britischen Empire ab.

Die Forscher zeichnen nach, wie Erlöse aus dem Menschenhandel in Infrastruktur und Kultur flossen: Stiftungen, Schulen, Kirchen und Sammlungen wurden mit entsprechenden Mitteln aufgebaut oder unterstützt. Zudem verweisen sie auf personelle und finanzielle Verknüpfungen zu Akteuren, die Institutionen wie der Bank of England nahestanden oder später in deren Umfeld wirkten. Solche Hinweise verstehen die Projektleiter ausdrücklich als historische Attributionsbefunde, die weitere Prüfung durch Archive und Institutionen erfordern.

Die Veröffentlichung hat unmittelbare politische Relevanz. In Großbritannien und in karibischen Staaten wird seit Jahren über historische Verantwortung und mögliche Entschädigungen diskutiert. Britische Regierungsstellen haben bislang eine rechtliche Pflicht zu Zahlungen zurückgewiesen. Die neue Datenbasis dürfte die Debatte über Transparenz, institutionelles Erbe und den Umgang mit Stiftungen und Gedenkorten neu strukturieren. Parallel dazu finanzieren öffentliche Einrichtungen, darunter die City of London Corporation, eigene Untersuchungen zu historischen Verflechtungen.

Die Projektleitung betont die offene Dokumentation der Belege und die Nachvollziehbarkeit der Zuordnungen. Schlussfolgerungen über heutige rechtliche Konsequenzen gehören nicht zum Forschungsgegenstand und wären Aufgabe von Parlament, Gerichten und den betroffenen Institutionen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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