Aktuell

National Audit Office warnt vor höheren Stromrechnungen bei verzögertem Netzausbau

Das National Audit Office warnt in einem am 11. September 2026 veröffentlichten Bericht, dass Verzögerungen beim rund 70 Milliarden Pfund teuren Ausbau des Übertragungsnetzes Engpasskosten von bis zu 7,8 Milliarden Pfund pro Jahr bis…

Das National Audit Office (NAO) mahnt zu schnellerem Handeln beim Ausbau des britischen Übertragungsnetzes. In einem Bericht, der am 11. September 2026 veröffentlicht wurde, schätzt die Behörde, dass zusätzliche System- und Engpasskosten für das Management eines nicht rechtzeitig erweiterten Netzes bis 2030 auf bis zu 7,8 Milliarden Pfund pro Jahr ansteigen könnten. Diese Kosten würden letztlich über Netzentgelte und Abgaben an Haushalte und Unternehmen weitergegeben.

Kernproblem ist nach Darstellung des NAO die Diskrepanz zwischen dem schnellen Zubau erneuerbarer Erzeugung – insbesondere Offshore-Wind – und der langsamer voranschreitenden Netzmodernisierung, die als „Great Grid Upgrade“ bezeichnet wird. Für das Programm werden Investitionen von rund 70 Milliarden Pfund veranschlagt; viele Projekte sind jedoch laut Bericht erst in frühen Entwicklungsphasen und nicht termingerecht fertigstellbar. Das National Energy System Operator (NESO) benennt etwa 88 notwendige Netzprojekte bis 2030, von denen zahlreiche noch nicht ausreichend weit geplant oder genehmigt sind.

Folge: Sobald neue Erzeugung angeschlossen wird, ohne dass die Transportkapazitäten vorhanden sind, steigen Eingriffe in das System – etwa die Abregelung von Windparks oder das Hochfahren teurerer, verkehrsnaher Gaskraftwerke. Diese sogenannten Engpasskosten sind in den vergangenen Jahren bereits gestiegen und könnten nach NAO-Berechnungen deutlich zunehmen, sollte sich der Bau von Umspannwerken, Seekabeln und Hochspannungsleitungen nicht beschleunigen.

Das NAO fordert von der Regierung, Ofgem und den Netzbetreibern verbindliche Beschleunigungspläne für Planung, Genehmigung und Bau sowie klarere Prioritäten und eine transparentere Kommunikation der Risiken für Verbraucherpreise. Zugleich betont der Bericht, dass Beschleunigungsschritte Umwelt- und Beteiligungsstandards wahren müssen. Ob die bereits angekündigten Reformen im Rahmen des Clean Power 2030‑Programms und Maßnahmen von National Grid und Ofgem ausreichen, hänge wesentlich davon ab, ob Engpässe bei Personal, Genehmigungen und Lieferketten kurzfristig gelöst werden können.

Aus Sicht des NAO gilt: Je länger der Netzausbau hinterherhinkt, desto höher die Kosten für Verbraucher und desto größer das Risiko, dass das Ziel einer weitgehend sauberen Stromversorgung bis 2030 teurer ausfällt als geplant.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk