Die Metropolitan Police prüfen Hinweise auf mögliche Verstöße gegen das britische Parteienfinanzierungsrecht im Umfeld der Partei Reform UK. Anlass ist eine am 4. September 2026 ausgestrahlte Undercover-Recherche von Channel 4 News und der Gruppe Verbatim. Aufnahmen zeigen demnach Gespräche, in denen über größere Zuwendungen aus dem Ausland und deren mögliche Umleitung über inländische Konten diskutiert wurde. Nach britischem Recht dürfen Parteien nur von zulässigen Spendern im Vereinigten Königreich Geld annehmen; ausländische Zuwendungen sind untersagt.
Labour und die Liberal Democrats meldeten den Fall unmittelbar der Polizei. Nach Angaben von Reuters sowie weiterer großer Medienhäuser sichten die Ermittler die vorliegenden Aufzeichnungen und Bewertungen durch die Wahlaufsicht. Die Electoral Commission teilte mit, sie habe Informationen an die Polizei übermittelt und prüfe ihrerseits einschlägige Angaben. Ob die Polizei ein formelles Ermittlungsverfahren eröffnet, ist noch offen.
Reform UK weist die Vorwürfe zurück. Parteichef Nigel Farage erklärte, seine Partei habe keine unzulässigen Spenden angenommen; Teile der mitgeschnittenen Gespräche bezeichnete er als „loose pub talk“. Zwei enge Mitarbeiter Farages – ein Politikchef und ein leitender Berater – legten nach Veröffentlichung der Aufnahmen ihre Funktionen nieder beziehungsweise ließen sie ruhen, bis interne Prüfungen abgeschlossen sind. Angaben dazu, dass tatsächlich Gelder aus unzulässigen Quellen geflossen seien, liegen bislang nicht vor.
Kern der juristischen Bewertung ist, ob es sich bei den in den Videos besprochenen Vorgängen um konkrete, bereits empfangene Zahlungen oder um bloße Planungen handelt – und ob die Beteiligten als unzulässige Spender einzustufen wären. Sollte die Polizei ein Ermittlungsverfahren einleiten, wären Auswertungen von Kommunikation, Kontobewegungen und möglichen Mittlern zu erwarten. Solche Verfahren können längere Zeit in Anspruch nehmen.
Politisch erhöht der Vorgang den Druck auf Reform UK. Bereits zuvor waren einzelne Spendenvorgänge im weiteren Umfeld der Partei Gegenstand von Prüfungen. Die nun veröffentlichten Recherchen verstärken Zweifel an der Compliance von Strukturen und Kontrollen in der Parteienfinanzierung. Zugleich betonen Vertreter der Partei, es gebe keinen Beleg für illegale Zuwendungen. Bislang handelt es sich um Anschuldigungen und Bewertungen Dritter; belastbare Ergebnisse der Behörden stehen aus.
Die Redaktion stützt diese Meldung auf die Aufnahmen von Channel 4 News und Verbatim, auf Stellungnahmen der Electoral Commission sowie auf übereinstimmende Berichte von Reuters und weiteren britischen Medienhäusern.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).