Am 12. Oktober 2026 verbreiteten einzelne Medien und Social‑Media‑Beiträge die Behauptung, die Bank of England habe eine Erhöhung des steuerfreien Personal Allowance von derzeit 12.570 Pfund vorgeschlagen. Eine Prüfung amtlicher Dokumente und jüngster Veröffentlichungen ergibt: Für einen solchen Vorschlag der Notenbank gibt es keine Belege. Zuständig für steuerliche Schwellenwerte ist die Regierung des Vereinigten Königreichs.
Laut den auf GOV.UK veröffentlichten Übersichten zu Income Tax rates and allowances sowie den einschlägigen Regierungsverlautbarungen bleibt der Personal Allowance für das Steuerjahr 2026/27 bei 12.570 Pfund. Anpassungen werden durch HM Treasury festgelegt und im Rahmen des Haushaltsverfahrens oder per Gesetz bekannt gegeben. Das bestätigt auch die House of Commons Library in ihren Research Briefings, die den Rechts- und Beschlussstand regelmäßig zusammenfassen.
Die Bank of England veröffentlicht turnusmäßig den Monetary Policy Report sowie Protokolle des Monetary Policy Committee. Diese Dokumente behandeln Zinspolitik, Inflation, Wachstumsaussichten und Finanzstabilität. In den zuletzt verfügbaren Berichten finden sich weder formale Empfehlungen noch Anträge der Bank zur Änderung des Personal Allowance. Eine Zuständigkeit der Notenbank für Einkommensteuertarife und Freibeträge besteht nicht. Entscheidungen zu steuerlichen Schwellenwerten sind politische Beschlüsse des Schatzamts unter Führung des Chancellor of the Exchequer und werden dem Parlament zugeleitet.
Der Hintergrund für die Verwirrung: Der steuerliche Grundfreibetrag (Personal Allowance) ist seit mehreren Jahren nominal eingefroren. Dadurch steigen bei Lohnzuwächsen mehr Menschen in höhere Steuerzonen auf, was die Debatte über mögliche Entlastungen befeuert. In der politischen Diskussion kursieren hierzu unterschiedliche Optionen, die von Parteien, Thinktanks oder Fachverbänden angeregt werden. Solche Positionen sind jedoch als politische Vorschläge oder Szenarien zu werten – nicht als Beschlüsse und nicht als Empfehlungen der Bank of England.
Die kolportierte Aussage, die Bank of England habe eine Anhebung des Personal Allowance vorgeschlagen, ist nach Aktenlage unbelegt. Maßgeblich sind die auf GOV.UK veröffentlichten Sätze und etwaige künftige Haushaltsentscheidungen von HM Treasury. Jede tatsächliche Änderung des Freibetrags müsste vom Chancellor of the Exchequer im Budget angekündigt und durch das Parlament beschlossen werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).