Wales

Finnwal vor Wales beim Lunge‑Feeding von Drohne gefilmt

Drohnenaufnahmen vom 18. Oktober 2026 zeigen einen Finnwal vor der walisischen Küste beim Lunge‑Feeding. Wissenschaftler warnen, Volumenschätzungen aus Videoaufnahmen seien unsicher.

Kurzmeldung

Drohnenaufnahmen, die der Videograf Rhys Morgan am 18. Oktober 2026 vor der Küste von Wales aufgenommen hat und die von BBC News veröffentlicht wurden, zeigen einen Finnwal (Balaenoptera physalus) bei einem Lunge‑Feeding‑Vorgang. Die Sequenz dokumentiert den Augenblick, in dem das Tier mit weit geöffnetem Maul in einen Beuteschwarm stößt, die dehnbaren Kehllinien sich aufblasen und anschließend das Wasser durch die Barten filtriert wird, während die Beute im Maul zurückbleibt.

Biologen ordnen dieses Verhalten als Lunge‑Feeding ein, eine bekannte Jagdtechnik großer Bartenwale: Der Wal beschleunigt kurz, öffnet die Maulspalte weit und nimmt Beute zusammen mit großen Wassermengen auf; das Wasser wird dann durch die Barten ausgepresst. Der Finnwal ist nach dem Blauwal die zweitgrößte Walart und kann bei solchen Stoßfütterungen beträchtliche Wassermengen und Biomasse aufnehmen, heißt es in der fachlichen Einordnung.

Mediale Begleittexte sprechen teilweise von „tausenden Tonnen“ oder „tausenden Kubikmetern“ Wasser pro Stoß. Wissenschaftler und Beobachter betonen jedoch, dass sich solche Volumenangaben nicht zuverlässig aus einem einzelnen Drohnenvideo herleiten lassen. Ohne Messdaten — etwa genaue Distanz‑, Winkel‑ und Größenkalibrierungen, Echosounder‑ oder Biomassemessungen — bleiben Zahlenangaben spekulativ und mit großen Unsicherheiten behaftet. Auch Rückschlüsse auf Häufigkeit, Populationsdynamik oder längerfristige Trends sind aus Einzelsichtungen nicht zulässig.

Gleichzeitig liefern hochwertige Luftaufnahmen wertvolle verhaltensbiologische Hinweise und dokumentieren die Präsenz großer Bartenwale in Küstengewässern. Fachstellen mahnen, Drohnenflüge zum Schutz der Meeressäuger nur innerhalb geltender Abstands‑ und Betriebsregeln durchzuführen, um Stress und Kollisionsrisiken zu minimieren. Für das Monitoring mariner Arten können einzelne Beobachtungen ergänzende Hinweise geben, ersetzen aber keine systematischen Erhebungen. Die nun veröffentlichten Bilder bieten einen anschaulichen Einblick in das Lunge‑Feeding eines Finnwals vor Wales, nicht jedoch belastbare neue Messdaten zu aufgenommenen Wassermengen oder Biomassen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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