Kurzmeldung
Der britische Schauspieler und Präsident der Royal Academy of Dramatic Art (RADA), David Harewood, hat in der inaugurellen Mona Hammond Annual Lecture Series am 2. September 2026 in London für eine dauerhafte Kultur der Fürsorge in den darstellenden Künsten geworben. Die Veranstaltung, die in Partnerschaft zwischen der RADA und der Talawa Theatre Company stattfand, richtete sich an Studierende, Lehrende, künstlerische Leitungspersonen und Kulturpolitikerinnen und -politiker.
Harewood betonte nach Angaben der Veranstalter, dass Wohlbefinden, Zugehörigkeit und planbare, faire Arbeitszeiten nicht als freiwillige Extras, sondern als Grundvoraussetzungen künstlerischer Exzellenz zu behandeln seien. Er forderte Institutionen auf, Unterstützungsangebote — von vertraulicher Beratung über strukturelle Prävention bis zu klaren Arbeitszeitregelungen — systematisch in Ausbildungscurricula, Produktionspläne und Förderbedingungen zu integrieren. Resilienz dürfe nicht länger als individuelle Pflicht verstanden werden, sondern müsse Teil kollektiver Verantwortung von Ausbildungsstätten, Theatern und Fördergebern werden.
Die Ansprache knüpft an langjährige Debatten über Arbeitsbedingungen vor und hinter der Bühne an. Die Royal Academy of Dramatic Art weist in ihrem jüngsten Jahresbericht auf die Stärkung des Gemeinschaftswohlbefindens als zentrales Ziel hin; die Kooperation mit Talawa zur Mona Hammond Annual Lecture Series ist Teil dieser Initiative. Talawa, die führende Black British Theatre Company, bezeichnet die Reihe als Erinnerung an das Erbe von Mona Hammond und als Plattform für kritische Bestandsaufnahmen zur Zukunft des Theaters.
Welche konkreten Folgen Harewoods Appell haben wird, hängt von der Reaktion der Branche und der Geldgeber ab. Möglich sind curricularen Anpassungen in Ausbildungsordnungen, strengere Förderauflagen bei öffentlichen Mitteln oder tarifliche Reglungen zu Ruhezeiten und Betreuungsangeboten. Bislang wurden von Staat oder Zuwendungsgebern keine unmittelbaren verbindlichen Reformschritte angekündigt. Die Lecture markiert jedoch einen öffentlichen Impuls, der die Debatte um Künstlergesundheit und institutionelle Verantwortung in den kommenden Monaten weiter befeuern dürfte.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).