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Chagos-Übergabe stockt: London und Mauritius melden neue Verzögerungen

Die von Vereinigtem Königreich und Mauritius 2025 vereinbarte Rückübertragung des Chagos-Archipels kommt laut aktuellen Berichten und Regierungsangaben erneut ins Stocken. Sicherheitsfragen rund um Diego Garcia und Gespräche mit den US-Streitkräften bremsen den Zeitplan.

Die geplante Übertragung der Souveränität über den Chagos-Archipel von dem Vereinigten Königreich an Mauritius verzögert sich erneut. Wie Al Jazeera unter Berufung auf Verhandlerkreise berichtet und aus jüngsten Antworten des britischen Außenministeriums auf parlamentarische Anfragen hervorgeht, ist der zwischen London und Port Louis 2025 vereinbarte Fahrplan ins Stocken geraten. Hauptgründe sind ungelöste Sicherheitsfragen rund um den US-Stützpunkt auf Diego Garcia sowie weiterhin laufende Gespräche mit den US-Streitkräften über Modalitäten eines gestuften Übergangs.

Das Außenministerium verweist in Antworten auf Anfragen im Oberhaus vom September 2026 darauf, dass ein tragfähiger Zeitplan von Sicherheitsgarantien und Betriebsfragen des Stützpunkts abhänge. Einen konkreten Termin für den formellen Hoheitswechsel oder für humanitäre Erleichterungen nannte die Regierung nicht. Zugleich bekräftigte sie das Ziel einer einvernehmlichen Lösung mit Mauritius.

Für die seit den späten 1960er Jahren vertriebenen Chagossianer wachsen damit die Sorgen, dass eine geordnete Rückkehr – selbst in begrenztem Umfang – weiter in die Ferne rückt. Vertreter der Gemeinschaft warnen, viele ältere Exilierte könnten eine Rückkehr nicht mehr erleben, falls sich Verhandlungen und Folgeregeln weiter verzögern. Menschenrechtsgruppen verweisen darauf, dass Fragen zu Aufenthaltsrechten, Zugang zu Gräbern und kulturellem Erbe sowie zu ökologischen Auflagen noch offen sind.

Diplomatisch bleibt die Lage komplex: Mauritius pocht auf eine zeitnahe Umsetzung des vereinbarten Rahmens, während London sicherheitspolitische Erfordernisse betont. Zentral ist dabei die Zukunft von Diego Garcia, das für Operationen der US-Streitkräfte im Indischen Ozean von erheblicher Bedeutung ist. Nach übereinstimmenden Berichten wird über ein Modell verhandelt, das die militärische Nutzung fortführt, zugleich aber eine mauritische Souveränität und zivilrechtliche Kompetenzen stärkt.

Völkerrechtlich steht das bisherige britische Hoheitsregime seit Jahren in der Kritik; internationale Gremien hatten die Dekolonisierung als unvollständig bezeichnet. Politisch erhöht die Verzögerung den Druck auf die britische Regierung, Klarheit über Fristen und Inhalte der nächsten Schritte zu schaffen. Konkrete Zusagen zum Zeitplan oder zu Übergangsmaßnahmen liegen jedoch weiterhin nicht vor. Prognosen über einen schnellen Durchbruch gelten deshalb als unsicher – entscheidend dürften die Ergebnisse der Gespräche mit Washington und Port Louis in den kommenden Wochen sein.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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