Wirtschaft

Bank of England warnt vor künstliche Intelligenz-Kreditschub und Risiko einer Marktkorrektur

Nach jüngsten Aussagen von Gouverneur Andrew Bailey und aktuellen Protokollen des Financial Policy Committee warnt die Bank of England, dass stark kreditfinanzierte Investitionen in Künstliche Intelligenz die Verwundbarkeit der Märkte erhöhen und eine scharfe…

Die Bank of England hat ihre Warnungen vor Finanzstabilitätsrisiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz präzisiert. Nach jüngsten öffentlichen Aussagen von Gouverneur Andrew Bailey und den aktuellen Protokollen des Financial Policy Committee betont die Notenbank, dass hoch bewertete KI‑Aktivitäten, konzentrierte Marktstrukturen und verstärkte Fremdfinanzierung die Anfälligkeit für abrupte Preisrückgänge erhöhen. Bereits im Financial Stability Report vom 3. Juli 2026 hatte die Bank auf diese Verwundbarkeiten hingewiesen.

Konkret nennt die Bank drei Mechanismen, die ein negatives Ereignis verstärken könnten: Erstens die starke Konzentration von Marktmacht bei wenigen Technologieanbietern, zweitens gleichgerichtete, momentumgetriebene Positionierungen über verschiedene Anlagesegmente hinweg und drittens eine erhöhte Hebelwirkung bei Finanzintermediären. Komme es zu einer Neubewertung der Gewinnerwartungen, sei eine scharfe Marktkorrektur möglich, deren Effekte über Kreditkanäle auf die Realwirtschaft im Vereinigten Königreich durchschlagen könnten.

Die Analyse verweist zugleich auf Unsicherheiten. Ob und wann ein Korrekturereignis eintritt, lasse sich nicht vorhersagen. Die Bank beobachtet seit 2025 eine zunehmende Kapitalmarktaktivität im KI‑Umfeld, darunter die Finanzierung von Infrastrukturprojekten wie Rechenzentren. Sie will daher künftige Stresstests um Szenarien mit KI‑Schocks erweitern. Mögliche Folgen eines Stimmungsumschwungs reichen aus Sicht der Aufsicht von steigenden Refinanzierungskosten für Nicht‑Technologieunternehmen bis zu vorübergehenden Beeinträchtigungen der Marktliquidität.

Für Regulierung und Aufsicht kündigt die Bank of England praktische Schritte an. Geplant ist, KI‑bezogene Risiken stärker in die laufenden Überprüfungen systemrelevanter Institute einzubeziehen, die Datenbasis zur Verschuldung im Sektor zu verbessern und makroprudenzielle Instrumente gegebenenfalls anzupassen. Dabei richtet die Aufsicht den Blick auch auf nicht‑bankliche Finanzintermediäre und auf Repo‑Märkte, in denen Hebelwirkungen rasch entstehen können. Konkrete Eingriffe werden geprüft und hängen von weiteren Analysen und der Marktentwicklung ab.

Bailey hatte in London erneut betont, dass die Innovationschancen von KI groß seien, die Finanzierung der Expansion aber robust strukturiert sein müsse. Die Bank of England stellt klar, dass ihre Hinweise der Vorsorge dienen: Ziel ist es, potenzielle Übertreibungen frühzeitig zu erkennen und deren Übertragung auf das Finanzsystem des Vereinigten Königreichs zu begrenzen, ohne produktive Investitionen zu behindern.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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