Wirtschaft

Bank of England hält Zins und warnt vor Energiepreisschock

Die Notenbank beließ den Leitzins bei 3,75 Prozent und sieht durch teurere Energie ein höheres Risiko weiterer Anhebungen.

Die Bank of England hat am 17. September 2026 den Leitzins (Bank Rate) unverändert bei 3,75 Prozent belassen, zugleich aber vor den Folgen gestiegener Energiepreise für die Teuerung gewarnt. In der Zusammenfassung der geldpolitischen Sitzung bezeichnete das Monetary Policy Committee die Energiepreisentwicklung als zentrale Unsicherheit für den Inflationsausblick. Dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Zinsschritte, falls sich die Belastung verfestige.

Als maßgebliche Faktoren nennt die Notenbank den Brent-Ölpreis und die Großhandelsgaspreise, die zum Stichtag der Entscheidungsgrundlage Mitte September über den Niveaus der vorangegangenen Berichte lagen. Höhere Energiekosten schlagen demnach unmittelbar auf Haushaltsrechnungen und mittelbar auf Produzentenpreise durch, was bei anhaltender Dauer zu Zweitrundeneffekten bei Löhnen und Preisen führen könnte.

Gleichzeitig verweist die Bank of England auf nachlassende Konjunkturdynamik und einen abkühlenden Arbeitsmarkt, die dämpfend auf die Inflation wirken. In der Abstimmung votierte die Mehrheit des Monetary Policy Committee für ein Verharren, drei Mitglieder plädierten für eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Gouverneur Andrew Bailey erklärte, Dauer und Ausmaß des Energiepreisschocks würden darüber entscheiden, ob eine weitere Straffung nötig werde.

An den Finanzmärkten stiegen nach der Mitteilung die Wetten auf Zinserhöhungen in den kommenden Monaten. In London zogen kurzfristige Geldmarktsätze an, und Terminpreise signalisierten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit mindestens einer Anhebung bis Ende 2026. Mehrere Institute passten ihre Prognosen an und sehen mögliche Schritte im November oder Dezember.

Für private Haushalte und Unternehmen steigt damit das Risiko höherer Finanzierungskosten. Besonders betroffen wären Hypothekennehmer mit variabler Verzinsung sowie energieintensive Branchen, in denen gestiegene Vorleistungen die Margen zusätzlich belasten. Für die Regierung im Vereinigten Königreich verschärft sich der Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung, der Stützung der Realeinkommen und den Folgewirkungen einer strafferen Geldpolitik auf Wachstum und Steuereinnahmen.

Die Bank of England bekräftigte ihr Inflationsziel von zwei Prozent und stellte weitere Entscheidungen unter den Vorbehalt eingehender Daten zu Preisen, Löhnen und Nachfrage. Prognosen zu künftigen Zinsen bleiben damit abhängig von der Entwicklung der Energiepreise, der Reaktion des Arbeitsmarkts und der weltwirtschaftlichen Lage. Aussagen zu künftigen Schritten sind Einschätzungen; die Notenbank trifft Entscheidungen fortlaufend datenabhängig.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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