Wirtschaft

Bank of England hält Leitzins bei 3,75 Prozent und setzt Bilanzabbau fest

Das Monetary Policy Committee hat am 16. September 2026 mit 6:3 Stimmen den Bank Rate bei 3,75 Prozent belassen und zugleich eine mehrjährige Reduzierung der für die Geldpolitik gehaltenen Staatsanleihenbestände bis auf null beschlossen.

Die Bank of England hat den offiziellen Zinssatz (Bank Rate) nach ihrer Sitzung, die am 16. September 2026 endete, unverändert bei 3,75 Prozent belassen. Das Monetary Policy Committee (MPC) stimmte mit einer Mehrheit von sechs gegen drei Stimmen für das Beibehalten des Zinsniveaus; drei Mitglieder votierten für eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf vier Prozent. Die Beschlüsse wurden in der am 17. September 2026 veröffentlichten Monetary Policy Summary and minutes dokumentiert.

Als wesentliche Gründe für anhaltende Unsicherheit und erhöhten Inflationsdruck nennt die Bank die Konflikte im Nahen Osten sowie die weiterhin bestehenden Spannungen in der Ukraine. Seit dem Juli-Monetary-Policy-Report seien Rohöl- und Großhandelsgaspreise deutlich gestiegen; Brent-Öl erreichte dem Bericht zufolge am 14. September rund 106 US‑Dollar je Barrel, der britische Großhandelsgaspreis lag bei 207 Pence je Therm. Diese Entwicklungen hätten bereits zu merklichen direkten Effekten auf die Verbraucherpreise geführt; die jährliche Verbraucherpreisinflation (CPI) stieg im August auf 3,1 Prozent, heißt es in den Minutes.

Das MPC betont, die kurzfristige Entwicklung der Inflation hänge stark von der weiteren Entwicklung der Energiepreise ab. Nach Bank‑Berechnungen könnte die CPI‑Rate auf rund 3,75 Prozent im vierten Quartal 2026 und leicht über vier Prozent im ersten Quartal 2027 ansteigen, sofern sich die gegenwärtigen Energiepreise fortsetzen. Zugleich gebe es bislang nur begrenzte Hinweise auf ausgeprägte Zweitrundeneffekte bei Löhnen und Preisen; das Gremium sieht das Risiko solcher Effekte jedoch wachsen, je länger hohe Energiepreise anhalten.

Ein weiterer zentraler Beschluss betrifft die Bilanzpolitik. Das MPC stimmte einstimmig einer mehrjährigen Reduktion des Bestands an für die Geldpolitik gehaltenen britischen Staatsanleihen zu, der durch die Emission von Zentralbankreserven finanziert wurde. Ziel ist, diesen Bestand bis Ende 2034 auf null zu reduzieren; geplant ist ein durchschnittliches jährliches Reduktionstempo von 46 Milliarden Pfund, umgesetzt durch jährliche Verkäufe von 20 Milliarden Pfund neben auslaufenden Gilts. Die Bilanzverkürzung soll marktverträglich erfolgen.

Die Bank bekräftigt, dass die Geldpolitik darauf ausgerichtet bleibt, die Verbraucherpreisinflation nachhaltig auf das 2‑Prozent‑Ziel zurückzuführen. Das MPC ist bereit nachzusteuern, falls es die Mittelfristprognosen erfordern. Der nächste für eine Leitzinsentscheidung angekündigte Termin ist der 5. November 2026.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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