Diese Woche sind in England zwei Männer in getrennten Strafverfahren verurteilt worden, weil sie ohne Einwilligung von Frauen explizite Inhalte auf OnlyFans veröffentlicht hatten. Der zeitliche Zusammenhang der Urteile lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf technologisch gestützte Gewalt und Erpressung in digitalen Umgebungen.
Im prominenteren Fall gestand der 37-jährige Alexander Tang, 47 intime Bilder und vier Videos einer Frau ohne deren Wissen aufgenommen und auf OnlyFans hochgeladen zu haben. Nach Angaben der Northumbria Police erhielt er dafür Zahlungen. Zudem versuchte er demnach, eine Identitätsprüfung der Plattform zu manipulieren, indem er ein Foto des Ausweises der Frau verwendete. Das Gericht verhängte am 11. August 2026 eine Freiheitsstrafe von 26 Wochen, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Verurteilung erfolgte wegen Voyeurismus; die Ermittler verwiesen auf finanzielle Transaktionen als Beleg für ein kommerzielles Motiv.
In einem weiteren, in derselben Woche berichteten Verfahren kam es ebenfalls zu einer Verurteilung im Zusammenhang mit der Veröffentlichung sexueller Inhalte ohne volle Zustimmung der Betroffenen. Namen und Details wurden in den Zusammenfassungen der Berichterstattung nicht in vergleichbarer Tiefe dargestellt, doch beide Fälle unterstreichen nach Einschätzung von Fachleuten ein wiederkehrendes Muster: Täter nutzen Plattformmechanismen, um Kontrolle auszuüben oder Beweise zu verschleiern.
Frauenhilfsorganisationen wie Refuge und Women’s Aid warnen vor einer Zunahme von sogenannter tech-facilitated abuse. Aus ihrer Sicht kombinieren Täter digitale Mittel mit Zwang oder Manipulation, etwa bei Identitätsprüfungen oder bei der Monetarisierung von Inhalten. Die Organisationen fordern schnellere takedowns, verlässlichere Verifikationsprozesse und eine engere Zusammenarbeit von Plattformen mit Strafverfolgungsbehörden, um Beweise zu sichern und Einnahmeströme nachvollziehbar zu machen.
OnlyFans verweist in seinen Richtlinien auf ein Verbot nicht einvernehmlicher Inhalte und auf Moderations- sowie Verifizierungsmaßnahmen. Strafverfolgungsbehörden und Beratungsstellen halten zusätzliche technische Kontrollen und klarere Protokolle für notwendig, um Opfer besser zu schützen und Wiederholungstaten zu erschweren.
Faktisch stehen zwei jüngste Verurteilungen und im Fall Tang eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe. Zugeschriebene Bewertungen stammen von Ermittlern und Hilfsorganisationen, die strukturelle Risiken hervorheben. Ob daraus in Großbritannien gesetzgeberische oder regulatorische Schritte folgen, ist offen und hängt von weiteren Fällen, Untersuchungen und politischen Initiativen ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).