Gesundheit

Wöchentliches Insulin icodec könnte tägliche Spritzen ersetzen – NICE prüft Einsatz im NHS

NICE bewertet Insulin icodec in einer Technology Appraisal; ein landesweiter NHS‑Einsatz ist noch nicht beschlossen. Ein EU‑Beschluss zu Awiqli liegt vor, randomisierte Studien zeigen Wirksamkeit und ein ähnliches Sicherheitsprofil.

Eine einmal wöchentliche Basalinsulin‑Injektion könnte für viele Menschen mit Typ‑2‑Diabetes in Großbritannien die täglichen Spritzen ersetzen. Kern des aktuellen Anlasses ist die laufende Bewertung von Insulin icodec durch das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) im Rahmen einer Technology Appraisal (GID‑TA11104). Bis zu einer Empfehlung und anschließenden Beschaffungs‑ und Finanzierungsentscheidungen bleibt ein flächendeckender Einsatz im NHS ausstehend.

Regulatorisch gibt es Fortschritte außerhalb des Vereinigten Königreichs: Die Europäische Kommission erließ am 26. März 2026 nach positiver EMA‑Stellungnahme einen formalen Beschluss zu Awiqli (Insulin icodec). In den USA liegt für icodec ebenfalls eine Zulassung vor. Im Vereinigten Königreich veröffentlichte die Arzneimittelbehörde MHRA Verfahrensunterlagen, darunter Entscheidungen im Rahmen des Paediatric Investigation Plan; aus den öffentlich zugänglichen Dokumenten lässt sich jedoch keine abschließende nationale Marktzulassung oder eine NHS‑Finanzierungsentscheidung ableiten.

Die klinische Evidenz stützt sich vor allem auf randomisierte Studien des ONWARDS‑Programms, die in Fachzeitschriften publiziert wurden. Dabei zeigte Insulin icodec gegenüber etablierten täglichen Basalinsulinen eine mindestens gleichwertige Blutzuckerkontrolle; in mehreren Armen verbesserten sich die HbA1c‑Werte statistisch signifikant bei einem insgesamt vergleichbaren Sicherheitsprofil. Die Studien wurden von Novo Nordisk gesponsert; unabhängige Peer‑Review‑Publikationen liegen vor. Aussagen zur Überlegenheit beziehen sich auf die gemessenen Endpunkte und sind nicht mit Langzeit‑Erfahrungswerten im Versorgungsalltag gleichzusetzen.

Für den NHS stehen neben der klinischen Wirksamkeit praktische und ökonomische Fragen im Vordergrund. Ein wöchentliches Basalinsulin könnte die Behandlungslast senken und die Adhärenz verbessern. Demgegenüber stehen Umstellungsanforderungen wie Dosieralgorithmen, Schulung von Fachpersonal und Patientinnen und Patienten, mögliche Auswirkungen auf Lieferketten sowie die Bewertung von Hypoglykämierisiken unter Alltagsbedingungen. Kosten‑ und Budgetwirkungen sind Gegenstand der NICE‑Bewertung; Beschaffungs‑ und Erstattungsentscheidungen oblägen nach einer Empfehlung insbesondere NHS England.

Aktueller Stand für Betroffene: Ohne positive NICE‑Empfehlung und anschließende Umsetzungsschritte gehört Insulin icodec nicht zum regulären NHS‑Angebot. Einzelfälle können im Rahmen klinischer Studien oder lokaler Vereinbarungen versorgt werden. Schätzungen über „Hunderttausende“ potenziell infrage kommender Patientinnen und Patienten sind als Reichweitenangaben zu verstehen, nicht als Hinweis auf eine bereits erfolgte landesweite Einführung.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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