Wirtschaft

Vereinigtes Königreich-Inflation steigt leicht wegen höherer Energie und Kraftstoff

Neue ONS-Daten zeigen einen leichten Anstieg der Verbraucherpreisinflation im Vereinigten Königreich. Treiber sind vor allem teurere Kraftstoffe und höhere Haushaltsenergiekosten.

Das Office for National Statistics hat am Mittwoch, 16. September, neue Daten zur Verbraucherpreisinflation im Vereinigten Königreich veröffentlicht. Die Jahresrate zog demnach leicht an. Ausschlaggebend waren vor allem gestiegene Kraftstoffpreise an den Tankstellen sowie höhere Haushaltsenergiekosten. Beide Kategorien beschleunigten das Preiswachstum und überlagerten dämpfende Basiseffekte aus dem Vorjahr. Die Entwicklung fällt in eine Phase erneut volatiler Energiepreise seit dem Sommer.

In der amtlichen Messung nach COICOP-Kategorien schlugen Energie und Verkehr überdurchschnittlich zu Buche. Änderungen der Ofgem-Preisobergrenze für Strom und Gas sowie gestiegene Großhandelspreise wirkten als unmittelbare Transmissionskanäle in die Verbraucherpreise. Damit erhöhten sich die direkten Beiträge zum Verbraucherpreisindex CPI, während indirekte Effekte über Löhne und Dienstleistungen weiterhin beobachtet werden müssen.

Die Bank of England hatte in ihren jüngsten Projektionen darauf hingewiesen, dass höhere Energiepreise in der zweiten Jahreshälfte 2026 die Gesamtrate um einige Zehntelprozentpunkte stützen können. Zugleich betonte sie, dass für den geldpolitischen Kurs vor allem die Kern- und die Dienstleistungsinflation entscheidend bleiben. Ein anhaltender Anstieg in diesen Bereichen wäre ein Hinweis auf Zweitrundeneffekte und könnte die Aussicht auf eine längere Phase restriktiver Geldpolitik erhöhen.

Ökonomen von ING bewerten den aktuellen Anstieg als potenziell vorübergehend, solange sich die Verteuerung im Wesentlichen auf Energie konzentriert. Sollte sich der Druck auf die Energiekosten jedoch verfestigen, könnte sich der erwartete Inflationspfad nach oben verschieben. Für die Zinsentscheidung der Bank of England bleibt maßgeblich, ob sich breiter angelegte Preis- und Lohndynamik abzeichnet oder ob es bei einem energiegetriebenen Ausschlag bleibt.

Für private Haushalte bedeuten höhere Energie- und Kraftstoffpreise unmittelbar steigende laufende Ausgaben. Unternehmen sehen sich mit erhöhten Transport- und Vorleistungskosten konfrontiert, was den Druck zu weiteren Preisanpassungen verstärken kann. Politisch wächst mit jeder Beschleunigung der Teuerung der Handlungsdruck auf Regierung und Regulierer, etwa bei zielgenauen Entlastungen oder der Ausgestaltung der Preisobergrenzen. Ökonomisch gewinnt die Entwicklung vor allem dann an Gewicht, wenn sich neben Energie auch Kern- und Dienstleistungskomponenten über mehrere Monate verteuern. Erst dann verdichten sich die Hinweise auf eine breitere Preisdynamik, die eine entschlossene geldpolitische Reaktion wahrscheinlicher macht. Prognosen und Einordnungen in diesem Bericht sind als solche gekennzeichnet; die genannten Fakten beruhen auf den aktuellen Veröffentlichungen der amtlichen Statistik und auf öffentlich zugänglichen Analysen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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