Das britische Parlament bereitet eine Entscheidung über vorbereitende Arbeiten für die Sanierung des Palace of Westminster vor. Der Public Accounts Committee (PAC) warnte am 4. November 2026 vor weiteren Verzögerungen und signalisierte, dass den Mitgliedern des House of Commons und des House of Lords noch in diesem Jahr eine Vorlage zu einer ersten Phase vorgelegt werden könnte. Diese würde Vermessungen, Beschaffungen und Sicherungsmaßnahmen erlauben; die Grundsatzwahl des Bauverfahrens bliebe davon unberührt.
Hintergrund ist das seit Jahren laufende Programm Restoration and Renewal. Der gemeinsame Bericht „Delivering restoration and renewal of the Palace of Westminster: the costed proposals“ vom 5. Februar 2026 skizziert Kostenrahmen und Zeitfenster für mehrere Optionen und warnt vor einem fortgesetzten Verfall, falls erneut keine Entscheidungen getroffen werden. Vertreter der Delivery Authority und der Projektteams hatten im Frühjahr 2026 vor Parlamentsgremien zu Kosten, Zeitplan und Risiken Stellung genommen.
Der PAC betont nun, dass Übergangslösungen die Ausgaben und Sicherheitsrisiken erhöhen. Nach Gremienangaben fallen für Ad-hoc-Reparaturen bislang rund 1,5 Millionen Pfund pro Woche an. Genannt werden Risiken durch veraltete Elektroinstallationen, undichte Dächer, Asbest und eng geführte Versorgungsleitungen. Das Komitee fordert klarere Governance-Strukturen, eine nachvollziehbare Kostenaufschlüsselung und eine belastbare Zeitschiene, um die Hauptentscheidung bis 2030 vorzubereiten.
Parlamentarische Stellen unterstreichen, dass eine Abstimmung über vorbereitende Arbeiten keine Vorfestlegung auf die endgültige Bauvariante bedeutet. Vor Beginn einer zweiten Phase müssen beide Häuser die Vorschläge der Delivery Authority und einen Finanzrahmen billigen. Im Kern konkurrieren zwei Wege: ein vollständiger Auszug („full decant“) sowie eine gestaffelte In-situ-Lösung („enhanced maintenance and improvement plus“). Über Kostenobergrenzen, Bauorganisation und Aufsicht sollen gesonderte Beschlüsse folgen.
Kurzfristige Folgen einer Zustimmung wären Aufträge zur Risikoerkundung und -minderung, während Fragen zur Budgetkontrolle, zur parlamentarischen Aufsicht und zur Dauer der Bauarbeiten offen blieben. Der PAC verlangt binnen sechs Monaten einen Plan der Parlamentsverwaltung zur Einbindung der Abgeordneten sowie zur fortlaufenden Information beider Häuser. Damit rückt eine technische und organisatorische Anstoßphase noch 2026 in Reichweite; die politische Grundsatzentscheidung über Umfang und Ablauf der Sanierung bleibt hingegen Gegenstand breiter Debatten in den kommenden Jahren.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).