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University College London und Ancestry stellen fast vier Millionen Einträge zu versklavten Menschen online

Am 22. September 2026 sind knapp vier Millionen Datensätze aus 20 ehemaligen britischen Kolonien erstmals zentral durchsuchbar; Projektpartner sind University College London und Ancestry.

Kurzmeldung

Am 22. September 2026 haben University College London und das Genealogieunternehmen Ancestry den frei durchsuchbaren Zugriff auf eine Sammlung von fast vier Millionen Einträgen über versklavte Menschen aus 20 ehemaligen britischen Kolonien veröffentlicht. Die Sammlungen basieren überwiegend auf kolonialen Verwaltungsregistern, die im 19. Jahrhundert angelegt wurden und Personen, familiäre Beziehungen sowie Besitzvermerke dokumentieren. Als inhaltlicher Partner des Vorhabens nennt UCL das Centre for the Study of the Legacies of British Slavery, das seit Jahren Quellen zur Sklaverei und ihren Nachwirkungen systematisch erschließt und wissenschaftlich begleitet.

Laut Projektankündigung werden die Register transkribiert, indexiert und auf Ancestrys Plattform zugänglich gemacht; Ancestry trägt die technische Aufbereitung und das Hosting. Die Bestände decken zahlreiche Einzelterritorien ab, unter anderem Barbados, Jamaika und Trinidad, und umfassen Daten, die zuvor nur verstreut in Archiven wie Kew oder The National Archives zu finden waren. Forschende betonen, dass die Register koloniale Kategorien und Eigentumslogiken widerspiegeln: Die Dokumente müssen deshalb kontextualisiert und kritisch ausgewertet werden, ehe sie für demografische oder genealogische Schlussfolgerungen genutzt werden.

Die Projektverantwortlichen kündigen begleitende Hinweise, didaktische Materialien und Veranstaltungen an, um Nutzerinnen und Nutzer über Entstehung, Lücken und ethische Fragen der Nutzung zu informieren. Für Nachfahrinnen und Nachfahren wie für wissenschaftliche Disziplinen eröffnen die zugänglichen Indizes neue Möglichkeiten, Namen und Familienbeziehungen über Inseln und Jahrzehnte hinweg nachzuverfolgen. Zugleich bleiben Fragen zu Zugangs- und Nutzungsbedingungen, Datenschutz und dem sensiblen Umgang mit personenbezogenen kolonialen Daten offen und Gegenstand laufender Abstimmungen.

Die Veröffentlichung hat Bedeutung über das Vereinigte Königreich hinaus, weil sie Bestände aus dem ehemaligen British Empire zusammenführt und damit Recherchen in mehreren Nachfolgestaaten erleichtert. Fachleute wollen in den kommenden Monaten prüfen, wie vollständig die Indexierung ist und welche weiteren Bestände noch digitalisiert werden sollten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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