Hitze, Dürre und Waldbrandgefahr gelten in der britischen Öffentlichkeit inzwischen als bedrohlicher als Überschwemmungen. Darauf deuten aktuelle Umfrageergebnisse hin, über die am 24. September BusinessGreen berichtet. Demnach rangieren hitzebedingte Risiken in neuen Befragungen an erster Stelle der gefürchteten Klimafolgen – vor Hochwasser, das lange Zeit das dominante Risiko in der Wahrnehmung war.
Einzelne Messpunkte stützen die Tendenz: Laut einer Ipsos-Erhebung Ende Juli und Anfang August 2026 sagten 74 Prozent der Befragten in Großbritannien, sie seien über den Klimawandel besorgt. YouGov-Trackingdaten deuten zudem darauf hin, dass deutlich mehr Menschen Hitzeereignisse als persönliche Erfahrung angeben als noch vor wenigen Jahren. Beides entspricht dem Sommerbild 2026 mit vielen Hitzetagen und Belastungen für Alltag und Infrastruktur. Methodisch unterscheiden sich die Frageformulierungen der Institute; die Richtung der Wahrnehmungsverschiebung ist jedoch in mehreren Datensätzen erkennbar.
Behörden und Fachleute verweisen auf konkrete Folgen: Der Nationale Gesundheitsdienst NHS warnt vor steigenden hitzebedingten Gesundheitsrisiken, insbesondere für ältere und vorerkrankte Menschen. Kommunale Dienste berichten über Engpässe bei der Kühlung öffentlicher Gebäude und über Störungen im Verkehr, wenn hohe Temperaturen die Leistungsfähigkeit von Schienen und Straßen beeinträchtigen. Parallel wächst die Sorge, dass anhaltende Trockenheit die Vegetation austrocknet und so die Waldbrandgefahr erhöht.
Umweltschutzorganisationen wie der WWF und Plattformen wie Climate Barometer fordern, die Vorsorge gegen Hitze und Dürre deutlich zu beschleunigen. Genannt werden hitzeresiliente Infrastrukturen, verbindliche Hitzepläne für Schulen und Pflegeeinrichtungen, kühlere Städte durch Entsiegelung und Bäume sowie Investitionen in eine widerstandsfähige Wasserversorgung. Regierungsstellen verweisen auf laufende Arbeiten zur Stärkung der kommunalen Resilienzpläne und auf Verbesserungen bei Frühwarnsystemen; konkrete Priorisierungen werden im Lichte der neuen Daten diskutiert.
Politisch ist die Verschiebung der öffentlichen Prioritäten bedeutsam. Sie erhöht den Druck, kurzfristig Schutzmaßnahmen gegen Hitze und Dürre umzusetzen, ohne den langfristigen Kurs zur Emissionsminderung zu schwächen. Für die Budgetplanung im Gesundheitswesen, bei Verkehr und Wasserwirtschaft könnten die neuen Risikobilder bereits in den nächsten Monaten Entscheidungen vorziehen.
Offen bleibt, ob die veränderte Rangfolge der Klimasorgen dauerhaft ist. Das hängt von der weiteren Extremwetterlage im Vereinigten Königreich und von der Wirksamkeit der nun anvisierten Anpassungsmaßnahmen ab. Die Entwicklung sollte mit konsistenten Primärdaten von Ipsos, YouGov und anderen Instituten fortlaufend geprüft werden.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).