Politik

Starmer lädt Schottlands Regierung zu Gesprächen über stärkere Regionalbefugnisse ein

Der Premierminister hat am 15. Oktober 2026 die First Minister von Schottland eingeladen, gemeinsam Wege für mehr Kompetenzen auf regionaler Ebene zu erarbeiten.

Der Premierminister des Vereinigten Königreichs, Keir Starmer, hat am 15. Oktober 2026 die schottische Regierung zu Gesprächen über eine Stärkung regionaler Befugnisse in Schottland eingeladen. In einer Rede skizzierte er ein Angebot an den First Minister John Swinney, gemeinsam Vorschläge auszuarbeiten, um Entscheidungsgewalt nicht nur von Westminster, sondern wo sinnvoll auch von Holyrood näher an Regionen zu verlagern. Ziel sei es, örtliche Entwicklung gezielter zu unterstützen; über konkrete Zuständigkeiten und Finanzierungswege soll verhandelt werden.

Das Vereinigte Königreich verankert die Zuständigkeiten zwischen London und Edinburgh im Scotland Act 1998. Änderungen an dieser Architektur oder neue Formen der Zusammenarbeit setzen klare gesetzliche Grundlagen, Budgetabsprachen und parlamentarische Kontrolle voraus. Das Scotland Office soll nach Starmers Worten eine zentrale Rolle in der Abstimmung übernehmen. Die schottische Regierung arbeitet bereits an regionalen Partnerschaften und verweist in ihren Programmen auf mehr Mitsprache vor Ort. Ob und in welcher Form neue Kompetenzen an Regionen gehen, ist offen und hängt von den anstehenden Gesprächen ab.

Politisch fügt sich der Vorstoß in die von der Regierung angekündigte Erneuerung der Devolution ein, darunter die Idee eines Council of the Nations and the Regions als ständige Plattform zwischen London, den dezentralen Regierungen und den englischen Regionen. Befürworter erwarten, dass klar abgegrenzte Aufgaben und stabilere Finanzierungsabkommen die Umsetzung regionaler Wachstumsstrategien erleichtern. Kritiker warnen, dass parallele Strukturen ohne eindeutige Verantwortlichkeiten Reibungsverluste erzeugen könnten. Der Premierminister betonte, es gehe um praktischen Nutzen für Regionen, nicht um Kompetenzstreitigkeiten der Ebenen.

Für die schottische Seite steht neben wirtschaftlicher Wirkung die verfassungs- und finanzpolitische Absicherung im Vordergrund. In früheren Stellungnahmen hat die Scottish Government Kooperation befürwortet, aber auf belastbare Garantien, Transparenz und die Einbindung des schottischen Parlaments in Holyrood verwiesen. Auch Fragen der Haushaltsautonomie, der langfristigen Investitionspfade und der Rechenschaft gegenüber regionalen Gremien bleiben entscheidend.

Die nächsten Schritte dürften formelle Arbeitsgruppen zwischen dem Scotland Office und der Scottish Government umfassen, um Zuständigkeitsbereiche, Zeitpläne und Berichtslinien zu definieren. Erst danach wäre absehbar, ob Gesetzesänderungen am Scotland Act 1998 notwendig wären oder ob Vereinbarungen auf Grundlage bestehender Rechtsinstrumente ausreichen. Bis dahin gilt: Das Angebot ist politisch gesetzt, die Reichweite möglicher Reformen der Devolution ist Gegenstand der anstehenden Verhandlungen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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