Die Scottish Government hat am 17. August 2026 eine Planungsdirektive (Town and Country Planning (Notification of Applications) (Data Centres exceeding 50MW Power Capacity) (Scotland) Direction 2026) veröffentlicht. Sie verpflichtet schottische Planungsbehörden, Anträge für Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von mehr als 50 Megawatt innerhalb von sieben Tagen nach der formalen Validierung an die zuständigen Ministers zu melden. Zweck der Regelung ist eine frühere, zentral gesteuerte Prüfung möglicher kumulativer Auswirkungen auf Stromnetz, Wasserinfrastruktur und Gemeinden.
Die Maßnahme ändert nicht unmittelbar materielles Planungsrecht, erhöht jedoch die Möglichkeit, dass Ministers ein Verfahren an sich ziehen („call in“) oder ergänzende Prüfungen anordnen – etwa verpflichtende Environmental Impact Assessments. Die Richtlinie setzt damit ein Steuerungsinstrument des National Planning Framework 4 in konkretere Abläufe um und soll besonders große „hyperscale“-Vorhaben stärker zentral koordinieren.
Die Ankündigung folgt mehreren umstrittenen Projekten und umfangreichen Einwendungen in Gemeinden. In Fife hat die ILI Group/plangemäss ein Vorhaben in Auchtertool für bis zu 600 MW vorgeschlagen; lokale Gruppen und Gemeindevertreter protestierten wiederholt. In Edinburgh wurde ein Verfahren am Standort South Gyle zeitweise von Ministerinnen und Ministern überprüft und eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert; die Directorate for Planning and Environmental Appeals (DPEA) ist in einzelnen Fällen administrativ beteiligt. Auch in den Scottish Borders und anderen Regionen formiert sich Widerstand gegen groß angelegte Investitionen.
Umwelt- und Bürgerorganisationen wie Action to Protect Rural Scotland (APRS) fordern klarere Leitplanken zu Standortwahl, Netzanbindung, Kühl- und Wassermanagement sowie zur Transparenz von Energiequellen. Projektträger und Unterstützer betonen dagegen wirtschaftliche Vorteile: neue Kapazitäten für Forschung, Industrie und Anwendungen der künstlichen Intelligenz.
Faktencheck: Die Schwelle von 50 MW und die Sieben-Tage-Meldepflicht sind in der Direction vom 17. August 2026 festgelegt. Manche laufenden Verfahren wurden tatsächlich an Ministerinnen und Minister gezogen oder mit zusätzlichen Prüfungen belegt. Kurzfristig ist mit verlängerten Entscheidungsfristen und stärkerem ministeriellem Prüfaufwand zu rechnen; weitergehende Entscheidungen hängen von laufenden Anhörungen und fachlichen Bewertungen ab.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).