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Rowan Williams kritisiert Farage: Christentum werde für Stimmung gegen Muslime instrumentalisiert

Der frühere Erzbischof von Canterbury wirft Nigel Farage vor, religiöse Sprache politisch gegen Muslime zu wenden, und kündigt kritische Fragen an Tommy Robinson an.

Rowan Williams, der frühere Erzbischof von Canterbury, hat Nigel Farage vorgeworfen, das Christentum im Vereinigten Königreich für Stimmung gegen Muslime zu instrumentalisieren. In einem am 20. August 2026 veröffentlichten Beitrag von The Guardian sagte Williams, Farage nutze religiöse Sprache und Symbolik, um anti‑muslimische Gefühle zu kanalisieren. Zugleich kündigte er kritische Fragen an den Aktivisten Tommy Robinson zu dessen öffentlichem Bekenntnis zum Christentum an und sprach von einer unvermeidlichen Skepsis gegenüber manchen religiösen Selbstdarstellungen in der Politik.

Williams’ Kritik richtet sich nach eigener Darstellung nicht gegen persönlichen Glauben, sondern gegen dessen instrumentelle Nutzung im politischen Wettbewerb. Als früherer führender Geistlicher der Kirche von England mahnte er eine klare Trennung zwischen Glaubenszeugnis und Parteipolitik an. Religiöse Begriffe und Symbole, so Williams, dürften nicht als verkürzte Marker für Zugehörigkeit oder Ausschluss eingesetzt werden.

Der Vorstoß kommt vor dem Hintergrund zugespitzter Debatten über die Rolle von Religion in der britischen Politik. Farage, seit Jahren mit Reform UK verbunden, hatte im März 2026 gefordert, Massen‑Gebetsveranstaltungen von Muslimen in der Nähe historischer britischer Stätten zu untersagen; diese Position stieß auf breite Kritik aus Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft. Auch Robinson wird seit Langem dafür kritisiert, christliche Bezüge mit migrations‑ und islambezogener Polemik zu verknüpfen. Williams stellte dessen Selbstdarstellung als Christ nicht grundsätzlich in Frage, betonte aber, dass Glaubwürdigkeit sich an Worten und Taten messen lasse.

Die Intervention des ehemaligen Erzbischofs fällt in eine Phase, in der Reform UK und Figuren am rechten Rand Migration, öffentliche Ordnung und kulturelle Identität stark politisieren. Williams’ Einlassungen zielen darauf, religiöse Sprache aus solcher Polarisierung herauszuhalten. Er unterscheidet deutlich zwischen Fakten, Glaubensüberzeugungen und politischer Rhetorik und warnt vor Verwischungen, die gesellschaftliche Spannungen verschärfen können.

Der Beitrag von The Guardian stellt Williams’ Aussagen und Begründungen ausführlich dar und ordnet sie in die laufenden Auseinandersetzungen ein. Er macht zugleich sichtbar, wie eng Debatten über Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Vereinigten Königreich miteinander verknüpft sind – und wie stark sie durch die Wortwahl prominenter Akteure beeinflusst werden.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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