Im Vereinigten Königreich verzeichnet das zentrale Giftinformationszentrum für Tiere einen deutlichen Anstieg von Vergiftungen durch Freizeitdrogen und Nikotin. Nach Angaben des Veterinary Poisons Information Service (VPIS) erreichten die entsprechenden Anrufe 2025 einen Höchststand; The Guardian berichtet, die Einrichtung steuere 2026 erneut auf Rekordniveau zu.
Aus dem VPIS-Annual Report 2025 geht hervor, dass im Berichtsjahr insgesamt rund 32.000 Anfragen bearbeitet wurden, davon 19.804 über die für Tierhalter geöffnete Hotline Animal PoisonLine. Die Zahl der Anrufe, in denen Freizeitdrogen und Nikotin eine Rolle spielten, stieg demnach von 445 Fällen im Jahr 2024 auf 633 im Jahr 2025 – ein Zuwachs von 42 Prozent. Innerhalb dieser Gruppe überwogen Cannabis und nikotinhaltige Produkte; auch Kokain und sogenannte Zauberpilze wurden genannt.
Laut VPIS entfallen etwa 80 Prozent der gemeldeten Vergiftungen auf Hunde. Als häufigste Giftstoffe insgesamt blieben Schokolade, nichtsteroidale Entzündungshemmer und Antikoagulanz-Rodentizide. In den Fällen der Animal PoisonLine machte die Sammelkategorie „Drugs (human and veterinary)“ 41,9 Prozent der Stoffgruppen aus. VPIS betont, dass viele Anrufe milde Verläufe betreffen, gleichzeitig aber schwere und in Einzelfällen tödliche Vergiftungen dokumentiert sind.
Die VPIS-Expertin Nicola Robinson wird mit der Einschätzung zitiert, besonders gefährdet seien Hunde, die auf Spaziergängen weggeworfene Produkte aufnehmen oder Erbrochenes beziehungsweise Kot von Konsumenten fressen. Das deckt sich mit den klinischen Beobachtungen: Bei Cannabis zeigen Tiere häufig Taumeln, Apathie und erweiterte Pupillen, bei Nikotin können Speicheln, Erbrechen und Kreislaufprobleme auftreten. Kokain führt typischerweise zu Unruhe, Zittern oder Krampfanfällen.
Als Gründe für die Zunahme nennt VPIS keine abschließenden Belege. In Medienberichten und Fachkreisen werden die weitere Verbreitung dieser Substanzen im Alltag, mehr Wegwürfe in Parks und auf Straßen sowie verändertes Konsumverhalten als mögliche Faktoren diskutiert. Sicher ist: Die Entwicklung erhöht den Druck auf Notfallpraxen und Tierkliniken und verlangt von Haltern größere Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum.
Die Empfehlung des VPIS bleibt eindeutig: Bei Verdacht auf eine Vergiftung durch Cannabis, Kokain oder Nikotin sollte unverzüglich eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. Die Beratung über die Animal PoisonLine kann bei der Einschätzung helfen, ersetzt aber nicht die Untersuchung und Behandlung vor Ort. Die vorliegenden Zahlen und Bewertungen stammen aus dem Annual Report 2025 und der Berichterstattung von The Guardian vom 11. Oktober 2026; offene Detailfragen zu regionalen Mustern sollen mit weiteren Auswertungen geklärt werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).