Die Regierung in London hat am 27. September 2026 Reformen angekündigt, um mehr dauerhaft leerstehende Wohnungen in England wieder zu nutzen. Kommunen sollen Empty Dwelling Management Orders (EDMOs) künftig bereits nach sechs Monaten Leerstand beantragen können. Zugleich sollen zusätzliche Nachweispflichten entfallen, die den Einsatz des Instruments bislang einschränkten. Zuständig ist das Department for Levelling Up, Housing and Communities.
EDMOs beruhen auf dem Housing Act 2004. Sie erlauben es Lokalbehörden, die Verwaltung einer leerstehenden Wohnung zeitweise zu übernehmen und wieder einer Nutzung zuzuführen. Eigentum wird dabei nicht entzogen; Anordnungen werden durch das Residential Property Tribunal geprüft und befristet. Nach geltender Praxis ist ein Eingriff erst nach mindestens zwei Jahren Leerstand möglich, zudem waren zusätzliche Bedingungen – etwa Belege für antisoziales Verhalten oder eine gesicherte lokale Unterstützung – zu erfüllen. Diese Hürden sollen nach der Ankündigung fallen.
Die Regierung begründet die Reform mit der wirksameren Nutzung des vorhandenen Wohnungsbestands. Sie spricht von einem zielgenaueren und schneller greifenden Instrument, um Verwahrlosung zu verhindern und zusätzlichen Wohnraum bereitzustellen. Kritiker warnen vor weiterreichenden Eingriffen in Eigentumsrechte und verweisen auf die Notwendigkeit rechtsstaatlicher Garantien. Besonders im Blick stehen die Abgrenzung legitimer Leerstandsgründe, die Verteilung von Reparaturkosten und die Ausgestaltung von Entschädigungen sowie wirksame Rechtsbehelfe.
Formell handelt es sich um eine politische Ankündigung; bis zur Umsetzung durch sekundäres Recht und begleitende Leitlinien gelten die bisherigen Regeln fort. Das Residential Property Tribunal bliebe auch nach der Reform die Instanz, die Anträge der Lokalbehörden prüft und die Verhältnismäßigkeit im Einzelfall sicherstellt.
In Parlamentsdebatten wurde eine Absenkung der Leerstandsfrist in den vergangenen Monaten wiederholt gefordert. Im House of Lords war das Thema Mitte September 2026 Teil einer breiter angelegten Strategie gegen Wohnungsleerstand. Befürworter aus Kommunen sehen in einer Sechs-Monats-Schwelle ein praxistaugliches Mittel gegen Problemimmobilien. Ob die Reform den erhofften Schub bringt, wird sich an der Zahl gestellter Anträge, den Entscheidungen des Residential Property Tribunal und der tatsächlichen Rückführung leerstehender Objekte in den Wohnungsmarkt zeigen.
Die Ankündigung betrifft England. Wohnungsfragen sind in Teilen des Vereinigten Königreichs dezentral geregelt; Umfang und Zeitpunkt etwaiger Anpassungen in anderen Landesteilen bleiben offen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).