Politik

Regierung weitet unterstütztes Wohnen für Care Leaver aus – 25 Millionen Pfund nach Todesfall-Review

England investiert 25 Millionen Pfund in zusätzliche, beziehungsorientierte Wohnangebote für Care Leaver. Der Schritt folgt einem Regierungs-Review, das eine dramatische Unterstützungslücke ab dem 18. Geburtstag und über 100 frühe Todesfälle in einem Jahr dokumentiert.

Die Regierung in England stellt 25 Millionen Pfund bereit, um beziehungsorientierte Wohn- und Unterstützungsangebote für Care Leaver auszubauen. Das Department for Education verknüpft die Entscheidung mit einem am 25. August 2026 veröffentlichten, von der Regierung in Auftrag gegebenen Review zu frühen Todesfällen unter jungen Menschen, die die staatliche Fürsorge verlassen haben.

Der Bericht, geleitet von Ashley John-Baptiste und Clare Chamberlain, beschreibt eine ausgeprägte Isolation vieler Betroffener nach einem abrupten Rückgang formaler Hilfen rund um den 18. Geburtstag. Nach ihren Feststellungen wurden in England binnen eines Jahres über 100 Todesfälle von Care Leavern im Alter von 18 bis 24 Jahren registriert; die Sterblichkeit in dieser Gruppe liege demnach drei- bis viermal höher als im gleichaltrigen Durchschnitt. Die Autorinnen und Autoren führen dies wiederkehrend auf fehlende kontinuierliche Beziehungen, Lücken in der psychischen Gesundheitsversorgung sowie unzureichende Übergänge in Ausbildung, Arbeit und eigenständiges Wohnen zurück.

Als unmittelbare Antwort will das Department for Education bewährte Modelle des unterstützten Wohnens verbreitern. Genannt werden insbesondere Supported Lodgings, Shared Lives und Initiativen wie The House Project, die Unterkunft mit verlässlichen sozialen Bindungen, Alltagsunterstützung und verbindlichen Kontaktpersonen verbinden. Ziel ist, dass deutlich mehr Care Leaver beim Übergang in die Selbstständigkeit auf stabile Beziehungen und praktische Hilfe zurückgreifen können. Die Mittel sollen dazu beitragen, Angebote in weiteren Kommunen aufzubauen oder zu skalieren und Lücken zwischen Jugendhilfe, Gesundheitsdiensten und Beschäftigungsförderung zu schließen.

Die Umsetzung wirft praktische Fragen auf, die über die Anschubfinanzierung hinausreichen: Lokale Behörden müssen Kapazitäten für verlässliche Begleitung und Krisenintervention aufbauen, Schnittstellen zur psychischen Gesundheitsversorgung des NHS sichern und Kooperationen mit Jobcentres, Bildungsanbietern und Justizvollzugsanstalten fest verankern. Entscheidend wird zudem sein, ob Träger ausreichend qualifiziertes Personal gewinnen und halten können, um kontinuierliche Beziehungen über den rechtlich definierten Hilfezeitraum hinaus abzusichern.

Die Ankündigung und der Review betreffen England; Kinder- und Jugendhilfe ist im Vereinigten Königreich dezentral organisiert. Ob die zusätzlichen Mittel die dokumentierte Unterstützungslücke beim Übergang ins Erwachsenenleben spürbar schließen, hängt von der zügigen Verbreitung evidenzbasierter Modelle, verbindlichen lokalen Vereinbarungen und verlässlicher Folgefinanzierung ab.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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