Die britische Regierung hat am 30. Oktober 2026 Fortschritte bei einer großen klinischen Studie zur Strahlentherapie bei Brustkrebs bekannt gegeben. Nach Regierungsangaben haben sich mehr als 1.000 Menschen der FAST‑Forward‑Boost‑Studie angeschlossen, die untersucht, ob eine Kurzzeit‑Strahlentherapie über fünf Behandlungstage mit einem gezielten Zusatzdosis‑Boost der etablierten dreiwöchigen Standardbehandlung gleichwertig ist. Die Studie läuft an 39 Kliniken im Vereinigten Königreich.
Die Initiative ist Teil der Umsetzung des National Cancer Plan. Nach Darstellung des Department of Health and Social Care könnten Patientinnen bei erfolgreichem Nachweis der Gleichwertigkeit bis zu zehn Krankenhausbesuche einsparen. Das würde Wege, Wartezeiten und Belastungen verringern und zugleich Kapazitäten in der Strahlentherapie des NHS freisetzen. Zugleich betont das Ministerium, dass die Sicherheit und Wirksamkeit der Kurzzeit‑Regime im Mittelpunkt der Prüfung stehen.
Die FAST‑Forward‑Boost‑Studie wird vom Institute of Cancer Research koordiniert und erhält Förderung über das National Institute for Health and Care Research. Es handelt sich um eine randomisierte Vergleichsstudie. Einschlusskriterien, Dosisschemata und Endpunkte sind standardisiert; die Teilnehmenden werden über mehrere Jahre nachbeobachtet, um lokale Tumorkontrolle, Nebenwirkungsprofile und patientenberichtete Ergebnisse belastbar zu erfassen. Erst die Auswertung der kompletten Nachbeobachtungszeiträume wird klären, ob eine flächige Umstellung der Routineversorgung vertretbar ist.
Hintergrund ist die bereits in der Onkologie diskutierte Möglichkeit, mit hypofraktionierten Regimen die Therapiedauer zu verkürzen, ohne onkologische Ergebnisse zu kompromittieren. Der jetzt gemeldete Rekrutierungsstand markiert nach Regierungsangaben einen Meilenstein der erweiterten Testung eines einwöchigen Schemas mit Boost‑Gabe im Setting der adjuvanten Behandlung nach brusterhaltender Operation.
Politisch ordnet das Gesundheitsministerium die Studie in ein Maßnahmenbündel zur Stärkung der Krebsversorgung ein. Der National Cancer Plan setzt Schwerpunkte bei Früherkennung, schnelleren Diagnosen, planbaren Behandlungswegen und der Einbindung klinischer Forschung in die Regelversorgung. Die nun erreichte Rekrutierungsschwelle stützt diesen Ansatz, ersetzt aber keine endgültigen Therapieempfehlungen. Fachgesellschaften und Aufsichtsbehörden werden auf Grundlage der Studienergebnisse zu entscheiden haben, in welchen Patientengruppen und unter welchen Bedingungen eine einwöchige Strahlentherapie künftig regelhaft angeboten werden kann.
Bis zur Vorlage belastbarer Endauswertungen bleibt die klinische Praxis an die bestehenden Leitlinien gebunden. Der aktuelle Stand der FAST‑Forward‑Boost‑Studie ist deshalb vor allem als relevanter Zwischen- und Umsetzungsschritt zu werten, der die Versorgungsforschung stärkt und potenziell den Zugang zur Behandlung im NHS verbessert.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).