Die britische Regierung hat am 5. November 2026 den Care Leaver Homelessness Reduction Action Plan veröffentlicht. Ziel ist, Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit bei jungen Menschen zu vermeiden, die aus der staatlichen Fürsorge in die Selbstständigkeit wechseln. Die Vorlage knüpft an die nationale Strategie zur Verringerung der Straßenobdachlosigkeit an und richtet sich ausdrücklich an Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie an die Wohnungsämter.
Kern des Plans ist, bestehende Praxis konsequenter zu verzahnen: local authorities sollen verbindliche Übergangswege in sichere Unterkunft festlegen, Kinder- und Jugendhilfe und Wohnungswesen enger koordinieren und Risiken früh identifizieren. Vorgesehen sind präventive Angebote wie Wohn- und Budgetberatung, Unterstützung beim Zugang zu Mietverträgen sowie ein klarer Ansprechweg, wenn eine Unterbringung zu scheitern droht. Zudem verweist die Regierung auf die Nutzung erprobter Modelle wie Staying Close für junge Menschen, die Heime verlassen, sowie auf bestehende Förderlinien des Rough Sleeping Programme.
Zur Umsetzung kündigt die Regierung an, Leitfäden und Erwartungen an die Praxis zu präzisieren. Dazu zählt insbesondere eine Aktualisierung der Homelessness Code of Guidance für local authorities und die Förderung gemeinsamer Wohnungsprotokolle zwischen Jugendämtern und Wohnungsstellen. Daten sollen besser genutzt werden, um drohende Wohnungslosigkeit früher zu erkennen; die Wirksamkeit einzelner Ansätze will die Regierung systematisch auswerten und gute Praxis verbreiten.
Der Plan reagiert auf die seit Jahren belegte Überrepräsentation care‑erfahrener junger Menschen unter Wohnungslosen. Organisationen wie Centrepoint verweisen darauf, dass Brüche im Übergang von der Fürsorge in eigene Wohnungen, fehlende Bürgschaften und unsichere Arbeitsverhältnisse das Risiko stark erhöhen. Der neue Plan setzt deshalb auf frühe Prävention und klar definierte Verantwortlichkeiten über Zuständigkeitsgrenzen hinweg.
Die nationale Ausrichtung unterstreicht, dass der Erfolg stark von der praktischen Zusammenarbeit vor Ort, verfügbaren Unterkünften und stabiler Finanzierung abhängt. Der Plan formuliert dafür einheitliche Erwartungen und verweist auf bereits laufende Programme. Konkrete Wirkungsziele werden an die regelmäßige Überprüfung der Maßnahmen geknüpft; Fortschritte sollen über bestehende Berichtswege der local authorities sichtbar gemacht werden.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).