Die britische Regierung hat am 20. August 2026 einen neuen Wettbewerb für Ultra-Long Duration Energy Storage gestartet. Laut GOV.UK sollen bis zu 28 Millionen Pfund in Projektentwicklungen fließen, die es ermöglichen, Strom aus erneuerbaren Quellen über deutlich längere Zeiträume als heute üblich zu speichern. Das Vorhaben wird vom Department for Energy Security and Net Zero verantwortet und operativ über UK Research and Innovation umgesetzt.
Die Ausschreibung zielt auf Technologien, die Versorgungssicherheit erhöhen, Systemkosten senken und die Abhängigkeit von volatilen Großhandelspreisen dämpfen können. Längere Speicherdauern sollen dabei helfen, wetterabhängige Einspeisung aus Wind- und Solarenergie besser in das Netz zu integrieren, Netzengpässe zu reduzieren und Abschaltungen zu vermeiden. Einreichungen erfolgen über das Regierungsportal Find a Grant.
Faktisch steht mit der Finanzierungszusage ein weiterer Baustein für die Flexibilisierung des britischen Energiesystems bereit. Der Wettbewerb ergänzt bestehende Programme und Strategien, darunter das vom Department for Energy Security and Net Zero veröffentlichte Maßnahmenpaket „Clean Flexibility Roadmap“, das im Juli 2026 aktualisiert wurde. In der Vergangenheit hat die Regierung zudem Demonstrationsprojekte für längerfristige Speicher gefördert; die nun gestartete Runde richtet sich auf die nächste Entwicklungsstufe und breitere industrielle Anwendbarkeit.
Zugeschriebene Erwartungen der Regierung und ihrer Durchführungsorganisation sind eindeutig: Die Förderung soll Innovationen beschleunigen, Investitionen des Privatsektors anstoßen und perspektivisch die Energierechnungen stabilisieren. Solche Ziele sind plausibel, hängen jedoch von der technologischen Reife, der Skalierung einzelner Lösungen und von marktdesignrelevanten Regeln ab. Analysen des UK Energy Research Centre verweisen darauf, dass Langzeitspeicher im Zusammenspiel mit Netzausbau und Nachfrageflexibilität einen Beitrag zur Kostensenkung leisten können – der konkrete Nutzen variiert aber je nach Technologiepfad und Einsatzfall.
Absehbare Folgen für den Markt: Kurzfristig treten voraussichtlich mehr Konsortien mit unterschiedlichen Speicheransätzen in Wettbewerb; mittelfristig könnte die Pipeline an Demonstrations- und Vorserienanlagen wachsen. Regulatorische Weichenstellungen zur Vergütung von Systemdienstleistungen und zur Bewertung von Speicherdauer bleiben für die Investitionsbereitschaft entscheidend. Der nun eröffnete Wettbewerb schafft hierfür einen aktuellen Anlass und bündelt auf GOV.UK die zentralen Informationen für Forschung, Industrie und Investoren.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).