Nach einer Serie aufsehenerregender Fälle von Pfusch und Betrug auf Baustellen hat die Regierung des Vereinigten Königreichs Ende August neue Schutzmaßnahmen für private Auftraggeber vorgestellt. Das Paket umfasst eine geprüfte Datenbank für Handwerksbetriebe, einen „Approved Code“ mit Qualitäts- und Transparenzstandards sowie ein Treuhandmodell („Trusted Payments“), das Kundengelder erst gestaffelt nach Baufortschritt freigibt. Nach Regierungsangaben summiert sich die jährliche Verbraucherschädigung im weiten Segment Haus- und Gartenarbeiten auf mehr als zehn Milliarden Pfund.
Die politische Initiative folgt auf dokumentierte Fälle, in denen Handwerker nach Vorkasse verschwanden oder Projekte unbrauchbar hinterließen. In Cardiff verlor eine Hausbesitzerin 14.000 Pfund an einen Bauunternehmer, der die Arbeiten begonnen, zusätzliche Zahlungen gefordert und schließlich die Baustelle aufgegeben habe. Ein Gericht in Swansea verurteilte den Bauunternehmer Lee Slocombe im Februar zu sechs Jahren Haft. In einem weiteren, seit Jahren schwelenden Fall berichtet ein Paar von sechsstelligen Verlusten und anhaltenden Mängeln an einer nie fertiggestellten Hauserweiterung.
Die Maßnahmen zielen nach Darstellung des zuständigen Ministeriums darauf, Ausführung und Zahlung zu entkoppeln, Risiken der Vorauszahlung zu mindern und die Auswahl verlässlicher Betriebe zu erleichtern. Der „Approved Code“ soll unter anderem Anforderungen an Versicherungen, Haftpflicht und Firmenregistrierung festschreiben. Das Treuhandmodell sieht vor, dass Zahlungen erst nach überprüfbaren Bauabschnitten freigegeben werden.
Verbände und Verbraucherschützer reagieren gemischt. Die Federation of Master Builders begrüßt den Schritt, warnt jedoch, ein rein freiwilliger Ansatz könne Trittbrettfahrer nicht wirksam ausschließen. Das Chartered Trading Standards Institute mahnt verbindliche Mindeststandards und unabhängige Kontrollen an. Kritiker betonen zudem, Treuhandkonten reduzierten zwar das Vorkassenrisiko, verhinderten aber keine mangelhafte Ausführung und ersetzten keinen Gewährleistungs- oder Schadensersatzanspruch.
Neben strafrechtlicher Verfolgung spielen finanzielle Sanktionen eine Rolle. Vor dem Mold Crown Court wurden jüngst Rückforderungen und Vermögensabschöpfungen nach dem Proceeds of Crime Act erörtert. Ob die neuen Instrumente spürbar wirken, dürfte davon abhängen, wie rasch sie flächendeckend nutzbar sind und ob sich ein Branchenstandard etabliert. Bis dahin bleiben Betroffene auf zivilrechtliche Schritte, kommunale Beratung und die Arbeit der Trading-Standards-Behörden angewiesen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).