Wirtschaft

Prudential Regulation Authority plant automatische Anhebung von über 100 regulatorischen Schwellenwerten

Die Prudential Regulation Authority der Bank of England hat am 7. Oktober 2026 eine Konsultation gestartet, die vorsieht, mehr als 100 Schwellenwerte der Banken- und Versicherungsaufsicht regelmäßig an das nominale Bruttoinlandsprodukt zu koppeln.

Kurzmeldung

Die Prudential Regulation Authority (Teil der Bank of England) hat am 7. Oktober 2026 eine Konsultation vorgelegt, in der sie vorschlägt, mehr als 100 regulatorische Schwellenwerte für Banken, Versicherer und Kreditgenossenschaften künftig automatisch an das nominale Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs zu koppeln. Die Behörde begründet den Schritt mit der Vermeidung eines „prudential drag“: Ohne Anpassung an nominales Wachstum würden Institute bei gleichbleibender Geschäftstätigkeit schrittweise strengeren Kategorien zugeordnet. Die Konsultation läuft formell bis zum 7. Februar 2027.

Vorgeschlagen ist eine Indexierung in Fünfjahresabständen; die erste automatische Anpassung wäre dem Papier zufolge am 1. Juli 2031 vorgesehen. Als Referenzgröße nennt die Aufsicht Daten des Office for National Statistics, weil diese das nominale Wachstum inklusive Preisentwicklung abbilden. Betroffen sind dem Papier zufolge unterschiedliche Größenklassen, die etwa Berichtspflichten oder Kapitalanforderungen auslösen. In den Beispielen der Behörde reicht die Spannweite von einem Bilanzsummen-Schwellenwert in Höhe von 320 Milliarden Pfund für erweiterte Kapitalberichterstattung bis zu einem Betrag von 7.500 Pfund, der die maximalen Forderungen gegenüber einer einzelnen Person in einer Kreditgenossenschaft begrenzt.

Ausgenommen bleiben Schwellen, die gesetzlich verankert sind, sowie Grenzwerte, die bewusst an reale oder risikobasierte Messgrößen gebunden sind. Für gemeinsame Zuständigkeiten mit der Financial Conduct Authority kündigt die Prudential Regulation Authority koordinierte Abstimmungen an. Die Aufsicht betont, die Maßnahme diene der Planbarkeit und Proportionalität, ohne die Risikotragfähigkeit der Institute zu mindern. Offene Fragen betreffen die Auswahl der aufgenommenen Schwellenwerte, Übergangsregelungen und die Wechselwirkung mit Parallelvorhaben wie Ring-fencing-Reformen.

Die vorgeschlagene Automatik könnte für Institute knapp unter aktuellen Grenzwerten kurzfristig Erleichterungen bei Compliance-Aufwand bringen; langfristig würde sie die nominale Grenzziehung über Konjunkturzyklen stabilisieren. Die endgültige Ausgestaltung will die Prudential Regulation Authority nach Auswertung der Stellungnahmen und innerhalb der geltenden gesetzlichen Vorgaben festlegen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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