Hunderte Menschen haben am 27. September 2026 in Portadown die Garvaghy Road blockiert, nachdem die Parades Commission erstmals seit 1998 einem eingeschränkten Drumcree-Umzug der Orange Order entlang der überwiegend nationalistisch geprägten Straße zugestimmt hatte. Am Abend zerstreuten sich die Protestierenden, nachdem Vertreter der Garvaghy Road Residents’ Coalition erklärten, es werde ein neuer Prozess zur Behandlung des Konflikts eingeleitet und Gespräche mit Behörden und Polizei seien vereinbart.
Die Parades Commission hatte ihre Entscheidung am 25. September bekanntgegeben. Sie stützte sich unter anderem auf Bewertungen der Polizei in Nordirland (PSNI) und verband die Genehmigung mit Auflagen. Anwohner und nationalistische Parteien kritisierten die Erlaubnis scharf. Sinn Féin sprach von „Wahnsinn“ und warf der Kommission vor, historische Sensibilitäten zu ignorieren. Zuvor hatte das Belfast High Court einen Eilantrag gegen den Durchzug abgewiesen.
Die Präsenz führender Politikerinnen trug zur Sichtbarkeit der Proteste bei: Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill und die Sinn-Féin-Präsidentin Mary Lou McDonald zeigten sich vor Ort. Die PSNI bezeichnete die Lage in Portadown als außergewöhnlich herausfordernd und betonte ihre Pflicht, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Der britische Northern Ireland Secretary kündigte Gespräche mit lokalen Vertretern an. Nach Angaben der Residents’ Coalition sollten erste Treffen am 28. September stattfinden.
Der Streit um den Drumcree-Umzug hat in Nordirland eine hohe symbolische Bedeutung. Die Garvaghy Road war in den 1990er Jahren wiederholt Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen loyalistischen Marschteilnehmern und nationalistischen Anwohnern. Dass die Parades Commission nun erstmals seit fast drei Jahrzehnten einen Durchzug erlaubt, gilt Unterstützern als Korrektur einer langjährigen Beschränkung und Gegnern als Provokation in einer sensiblen Wohngegend.
Gesichert ist: Die Entscheidung der Parades Commission erfolgte am 25. September; die Blockade der Route fand am 27. September statt; Gespräche wurden für den 28. September angekündigt. Zugeschriebene Bewertungen stammen von Sinn Féin und der PSNI. Welche konkreten Formate und Vermittlungswege der nun angekündigte Prozess vorsieht, ist zum Redaktionsschluss offen. Politik und Sicherheitsbehörden stehen vor der Aufgabe, kurzfristige Spannungen zu dämpfen und zugleich das Recht auf Versammlung mit den Interessen der betroffenen Anwohner in Einklang zu bringen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).