Politik

Nick Clegg relativiert Untergangswarnungen vor Künstlicher Intelligenz

Der frühere britische Vizepremier Nick Clegg hat Befürchtungen zurückgewiesen, eine „gottgleiche“ KI könne die Menschheit auslöschen, und fordert den Fokus auf konkrete Risiken wie Cybersicherheit und Biowaffen.

Nick Clegg hat Befürchtungen zurückgewiesen, Künstliche Intelligenz werde zwangsläufig „gottgleiche Macht“ erlangen und die Menschheit auslöschen. Der frühere stellvertretende Premierminister des Vereinigten Königreichs, heute in der Technologiebranche tätig, bezeichnete entsprechende Szenarien als Übertreibung innerhalb der Industrie. Einige Tech-Führungskräfte, so Clegg sinngemäß, steigerten sich in einen eigenen Dunstkreis hinein und lenkten damit vom Umgang mit belegbaren Gefahren ab. Die Äußerungen wurden am 24. September 2026 von The Guardian veröffentlicht.

Clegg plädierte dafür, Regulierungs- und Sicherheitsbemühungen auf konkrete Risikofelder auszurichten: Cybersicherheit, der Missbrauch leistungsfähiger Modelle durch Kriminelle oder staatliche Akteure und mögliche Verknüpfungen mit Biowaffen. Das oft beschworene, aber vage Endzeitszenario einer allmächtigen, feindlichen KI stelle nach seiner Einschätzung keinen tragfähigen Leitfaden für Politik und Aufsicht dar. Damit positioniert er sich gegen Stimmen von Forschenden und einzelnen Mitarbeitenden großer KI-Labore, die in den vergangenen Wochen vor existenziellen Risiken durch immer leistungsfähigere Modelle gewarnt hatten.

Die Debatte fällt in eine Phase, in der Regierungen in Europa und den USA über strengere Prüfverfahren, Meldepflichten und unabhängige Evaluationen für besonders leistungsfähige KI-Modelle beraten. Befürworter solcher Regeln verweisen auf jüngste Forderungen nach externen Tests, Transparenz bei Trainingsdaten und abgestuften Zulassungsverfahren. Kritiker warnen hingegen, zu starre Vorgaben könnten Innovation und Wettbewerbsfähigkeit hemmen. Cleggs Intervention zielt auf eine Verschiebung der Prioritäten: weniger spekulative Worst-Case-Szenarien, mehr Abwehr bekannter Angriffsflächen.

Für das Vereinigte Königreich ist die Auseinandersetzung nicht nur technologisch, sondern auch industriepolitisch relevant. London bemüht sich, ein international sichtbarer Standort für KI-Entwicklung und -Anwendung zu bleiben, zugleich aber Sicherheitsstandards zu verankern, die das Vertrauen in neue Produkte stützen. Cleggs Position dürfte in Westminster und in der britischen Technologiebranche als Plädoyer für risikobasierte Regulierung gelesen werden, die sich an konkreten Missbrauchsszenarien orientiert und Aufsichtskapazitäten gezielt auf die gefährlichsten Einsatzfelder lenkt.

Faktenhinweis: Die hier wiedergegebenen Aussagen Cleggs stammen aus einem Bericht von The Guardian vom 24. September 2026. Hinweise auf breitere Branchenwarnungen beruhen auf öffentlich zugänglichen Medienbeiträgen und Stellungnahmen von Forschenden. Prognosen zu möglichen regulatorischen Folgen sind als Einordnung gekennzeichnet und keine Tatsachenbehauptungen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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