Die NatWest Group hat am 30. Oktober 2026 ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Das Institut erzielte erneut einen Gewinn, wuchs damit jedoch langsamer als mehrere Wettbewerber. Branchenvergleiche mit zeitgleich veröffentlichten Berichten von Barclays und der Lloyds Banking Group zeigen, dass deren Ergebniszuwächse deutlicher ausfielen. Die Einordnung stützt sich auf die veröffentlichten Zwischenmitteilungen der Banken und deckt sich mit der Einschätzung der Financial Times.
NatWest verweist in seiner Mitteilung auf anhaltend solide Erträge aus dem Zinsgeschäft und robuste Kapitalquoten. Als zentrale Steuerungsgröße nennt die Bank den Return on Tangible Equity sowie die Entwicklung der operativen Erträge und der Kostenquote. Das Management betont, dass die Kostenkontrolle und ein diszipliniertes Risikomanagement Priorität haben. Konkrete Zielgrößen für das Gesamtjahr wurden nicht ausgeweitet; die Bank hält an ihren bestehenden Leitplanken fest. Diese Angaben stammen aus der offiziellen Quartalsmitteilung.
Im Vergleichszeitraum legten auch Barclays und die Lloyds Banking Group ihre Zwischenbilanzen vor. Barclays meldete einen deutlichen Anstieg des Vorsteuergewinns und kündigte zugleich ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Lloyds berichtete ebenfalls von einem Gewinnplus, das auch durch Basiseffekte gegenüber einem belasteten Vorjahresquartal begünstigt wurde. Diese Resultate untermauern, dass NatWest innerhalb der großen britischen Institute mit gemeldeten Zahlen in dieser Berichtswoche das schwächere Gewinnwachstum auswies. Angaben zu HSBC liegen vor, sind aber wegen des stark globalen Geschäftsmodells nur eingeschränkt direkt vergleichbar.
Der Hintergrund für die auseinanderlaufende Dynamik ist vielschichtig: In Großbritannien wirken die Zinsentwicklung und der Wettbewerb um Einlagen unterschiedlich auf die Margen der Banken. Häuser mit breiterem Investmentbanking- oder Auslandsgeschäft profitieren teils von anderen Ertragssäulen als reine Retail- und Firmenkundenbanken. Zugleich bleibt die Regulierung ein wichtiger Faktor, etwa mit Blick auf mögliche steuerliche Belastungen für den Sektor und Anforderungen an Kapital- und Liquiditätsausstattung.
Zugeschriebene Aussagen in diesem Bericht stammen aus den jeweiligen, am Markt veröffentlichten Quartalsunterlagen der Banken. Bewertungen zum Abschneiden im Branchenschnitt ergeben sich aus dem Abgleich der gemeldeten Ergebnisgrößen. Ausblicke auf künftige Profitabilität und Kapitalverwendung bleiben Prognosen und hängen von Zinskurs, Kreditqualität und Wettbewerbsverhalten im vierten Quartal ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).