Kurzmeldung
Das National Institute for Health and Care Excellence (National Institute for Health and Care Excellence) hat am 17. September 2026 nach Abschluss kommerzieller Verhandlungen eine Empfehlung zur Erstattung von Trastuzumab Deruxtecan (Handelsname Enhertu) durch den National Health Service in England ausgesprochen. Die Empfehlung betrifft klar umrissene Patientengruppen mit fortgeschrittenem, nicht operablem oder metastasiertem Brustkrebs, darunter erstmals Patientinnen mit HER2‑low‑Tumoren, sofern die weiteren Einschlusskriterien der Leitlinie erfüllt sind.
NICE nennt in der offiziellen Guidance, dass Hersteller und NHS eine Preis‑ und Versorgungsvereinbarung getroffen haben, die das Präparat innerhalb des Bewertungsrahmens als kosteneffektiv erscheinen lässt. NHS England hat bestätigt, dass die praktische Implementierung nun beginnen kann; die Verfügbarkeit wird schrittweise über regionale Onkologiezentren koordiniert. NICE hebt zugleich hervor, dass die Empfehlung an definierte Voraussetzungen gebunden ist: dokumentierter Biomarker‑Nachweis, vorangegangene Therapien und standardisierte Aufklärung über Nutzen und Risiken.
Klinische Studien, auf die sich die Bewertung stützt, zeigten in den empfohlenen Gruppen Verbesserungen beim progressionsfreien Überleben; für Teile der Population wurden auch Gesamtüberlebensvorteile berichtet. NICE betont die Notwendigkeit weiterer Beobachtung der Nutzen‑Risiko‑Balance im Versorgungsalltag und verlangt real‑world‑Daten zur Überwachung. Ärztinnen und Ärzte sind gehalten, die detaillierten NICE‑Richtlinien zur Dosierung, Nebenwirkungen (einschließlich interstitieller Lungenerkrankungen) und Patientenauswahl zu beachten.
Die Entscheidung gilt ausschließlich für England; Schottland, Wales und Nordirland entscheiden unabhängig über Erstattungen. Patientinnen, die Enhertu bereits außerhalb der nun bestätigten Indikationen erhalten, sollen individuelle ärztliche Abwägungen über die Fortführung der Therapie erhalten. Mit der Empfehlung reagiert das Gesundheitssystem auf langjährige Forderungen von Fachgesellschaften und Patientenorganisationen nach breiterem Zugang zu zielgerichteten Therapien, zugleich bleibt die Frage der Finanzierbarkeit neuer, teurer Onkologika zentral für die Gesundheitspolitik.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).