Die Zeitung The Guardian hat am 24. Oktober 2026 eine umfassende Auswertung von nach dem Informationsfreiheitsgesetz erlangten Verwaltungsdaten vorgelegt. Demnach waren im Vereinigten Königreich von 1.347 geförderten Levelling-up-Projekten 821 bis Ende Mai 2026 nicht finalisiert. In 73 Kommunen, deren Anträge bewilligt worden waren, war zu diesem Stichtag kein einziges Vorhaben vollständig abgeschlossen. Nach Redaktionsangaben wurden seit Erhebung der Daten 59 weitere Projekte fertiggestellt; der Kernbefund einer deutlichen Verzögerung bleibt jedoch bestehen.
Die Einordnung deckt sich mit früheren Prüfungen: Das National Audit Office hat wiederholt auf Schwächen in Planung, Risikoabschätzung und Terminsteuerung hingewiesen. Ausschussberichte des House of Commons beschrieben ähnlich, dass Ziel- und Zeitpläne der Fonds häufig verfehlt wurden. Der jüngste missionsbezogene Jahresbericht der Regierung zum Programmverlauf 2025 bis 2026 verweist ebenfalls auf strukturelle Hürden bei der Umsetzung regionaler Zielsetzungen und Zeitabläufe.
Als Ursachen werden in den der Auswertung zugrunde liegenden Antworten der Behörden und in Prüfberichten genannt: späte Mittelzuweisungen, Projekte mit unzureichendem Reifegrad zum Zeitpunkt der Bewilligung, stark gestiegene Bau- und Finanzierungskosten sowie Reibungsverluste in der Zuschussabwicklung zwischen Zentralregierung und lokalen Trägern. Mehrere Kommunen meldeten, sie hätten zwar Zusagen erhalten, aber noch keine Maßnahme vollständig realisieren können. Teils seien Ausgabetermine verlängert worden, teils liefen Neuplanungen mit privaten Vertragspartnern, um Kostensteigerungen und Lieferkettenprobleme abzufedern.
Politisch wird der Befund gegensätzlich bewertet. Regierungsstellen betonen, regionale Investitionen fortzuführen und Fristen flexibel zu handhaben, um angesichts externer Schocks die Projektergebnisse zu sichern. Oppositionsparteien sehen in der hohen Zahl unvollendeter Vorhaben einen Beleg für mangelhafte Steuerung früherer konservativer Initiativen und für überzogene Versprechen rascher Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Sachlich ist zu unterscheiden: Die Zahlen bilden den Stand im Mai 2026 ab; seither können sich Projektstände, Fristen und Budgets verändert haben. The Guardian hat nach eigener Prüfung einige Nachmeldungen erfasst, doch bleibt die große Mehrzahl der Projekte unvollendet oder im Bau.
Für die regionale Entwicklung bedeutet dies: Sichtbare Effekte verzögern sich, lokale Haushalte tragen länger Vorfinanzierungs- und Planungskosten, und die Glaubwürdigkeit künftiger Strukturprogramme hängt von belastbaren Zeit- und Finanzierungsplänen ab. Entscheidend wird sein, ob das Department for Levelling Up, Housing and Communities gemeinsam mit den Kommunen klare Prioritäten, realistische Bauzeiten und inflationsfeste Finanzierungsrahmen verankert und den Levelling Up Fund entsprechend anpasst.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).