Die Massage-Therapeutin Ffion Price hat in ihrer Praxis im walisischen Gilwern einen Notalarm installiert, nachdem sie wiederholt von männlichen Kunden sexualisiert belästigt wurde. Die 26-Jährige berichtete gegenüber BBC News, manche Männer hätten sie behandelt, als sei sie eine Sexarbeiterin. Der Alarm befindet sich in ihrem Behandlungsraum. Price schildert, sie habe neben anzüglichen Nachrichten auch grenzüberschreitende Situationen erlebt und fühle sich bei der Arbeit mitunter unsicher.
Price kritisiert zudem Lücken in der beruflichen Ausbildung. Lehrgänge und Praxistraining bereiteten ihrer Ansicht nach unzureichend auf Grenzverletzungen, deeskalierende Kommunikation und den Umgang mit sexualisierter Belästigung vor. Sie fordert, dass entsprechende Schulungen verbindlich in Curricula verankert und praktische Handlungsoptionen vermittelt werden. Ziel sei, dass Auszubildende realistische Szenarien trainieren und wissen, wie sie Behandlungen sicher abbrechen, Vorfälle dokumentieren und Unterstützung anfordern können.
Das Gwent College teilte laut BBC News mit, man bedaure die geschilderten Erfahrungen und lehne sexuelle Belästigung ab. Zugleich verwies die Einrichtung darauf, dass die besuchten Kurse den Vorgaben der zuständigen Prüfungsstelle entsprochen hätten. Konkrete Änderungen an Lehrplänen kündigte das College nicht an. Price hält das für unzureichend und fordert klare Meldewege sowie Schutzkonzepte auch für Selbständige in der Wellness-Branche.
Rechtlich ist sexualisierte Belästigung im Vereinigten Königreich unzulässig; einschlägige Übergriffe können strafbar sein. Fachverbände empfehlen klare Verhaltensregeln in Praxen, das vorherige Erläutern von Behandlungsschritten, konsequentes Drapieren sowie definierte Abläufe für den Abbruch von Sitzungen. Price’ Entscheidung für einen Notalarm zielt vor allem auf schnelle Hilfe in Akutsituationen. Sie betont jedoch, persönliche Sicherheitsmaßnahmen könnten strukturelle Defizite in Ausbildung und Prävention nicht ersetzen.
Der Fall aus Abergavenny lenkt damit den Blick auf ein bekanntes, aber oft unterberichtsichtetes Risiko in körpernahen Dienstleistungen. Die Debatte betrifft nicht nur einzelne Betriebe, sondern auch Colleges, Berufsverbände und Aufsichtsinstanzen. Ob die Erfahrungen von Price kurzfristig zu Anpassungen an Lehrplänen führen, ist offen. Fest steht, dass klare Standards, verlässliche Beschwerdewege und eine konsequente Umsetzung rechtlicher Vorgaben zentrale Voraussetzungen sind, damit Betroffene ihre Arbeit sicher und professionell ausüben können.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).