In London beginnt am Montag, 26. Oktober 2026, die weitreichendste Verkehrsänderung im West End seit Jahren: Etwa die Hälfte der Oxford Street wird für den allgemeinen Verkehr gesperrt, nur Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Einsatzfahrzeuge dürfen den Abschnitt nutzen. Nach Angaben aus dem Rathaus und von Transport for London ist die Sperre als erster operativer Schritt einer mehrjährigen Umgestaltung geplant.
Betroffen ist der zentrale und westliche Teil der Einkaufsstraße zwischen Orchard Street nahe Marble Arch und Great Portland Street östlich von Oxford Circus. Autos, Lieferwagen, Taxis, Fahrräder und E‑Scooter sollen dort nicht mehr fahren; Buslinien werden auf benachbarte Straßen umgeleitet. Die Behörden bereiten nach eigenen Angaben Verkehrslenkung und Beschilderung bereits am Wochenende vor dem Stichtag vor.
Politisch verantwortet wird das Projekt vom Mayor of London, Sadiq Khan, in Abstimmung mit Westminster City Council und Transport for London. Die Fußgängerzone war im Februar angekündigt worden und folgt auf jahrelange Debatten über Alternativen, Verzögerungen und Teilsperrungen. Mehrfach waren frühere Vorstöße an rechtlichen, politischen oder praktischen Einwänden gescheitert.
Als Gründe nennen die Beteiligten vor allem Luftqualität, Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Die Oxford Street ist eine der bekanntesten Einkaufsstraßen Europas; zugleich häuften sich Klagen über Staus, Abgase, überfüllte Gehwege und ein Strukturwandel im Einzelhandel. Befürworter erwarten, dass eine verkehrsfreie Führung den öffentlichen Raum aufwertet, Laufkundschaft bündelt und neue Nutzungen ermöglicht. Kritiker verweisen auf die Gefahr verlagerten Verkehrs in angrenzende Viertel und auf mögliche Einbußen für Händler, die auf Lieferfahrten und spontane Erreichbarkeit angewiesen sind.
Kurzfristig werden Pendlerinnen und Pendler sowie Besucher geänderte Busführungen und neue Querungen vorfinden. Für Anwohner, Taxis und Lieferdienste gelten angepasste Zufahrtsregeln; Details sind Teil der Umleitungs- und Betriebspläne von Transport for London und Westminster City Council. Mittelfristig sollen weitere Maßnahmen wie zusätzliche Sitzgelegenheiten, Begrünung und sichere Querungen folgen. Über die wirtschaftlichen Effekte und die Auswirkungen auf den Verkehr in der Umgebung wollen die Behörden nach dem Start berichten und die Regelungen bei Bedarf nachsteuern.
Mit dem Schritt verbindet der Mayor of London eine sichtbare Zäsur in der Stadtentwicklung. Ob die Sperre die erhofften Verbesserungen bringt, wird sich im Weihnachtsgeschäft und in den ersten Evaluierungen zeigen. Sicher ist: Die Oxford Street verändert ab dem 26. Oktober ihren Charakter grundlegend.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).