Politik

London: Proteste gegen Besuch des Chefs der Rashtriya Swayamsevak Sangh Mohan Bhagwat

Am 6. September 2026 protestierten Gruppen nahe dem Parlament in London gegen den Besuch von Mohan Bhagwat, dem Vorsitzenden der Rashtriya Swayamsevak Sangh.

Am 6. September 2026 haben sich in London nahe dem Parlament Demonstrierende versammelt, um gegen den Besuch von Mohan Bhagwat, dem Vorsitzenden der Rashtriya Swayamsevak Sangh, zu protestieren. Nach übereinstimmenden Berichten verlief die Kundgebung in Westminster friedlich; schwere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Anlass war Bhagwats Aufenthalt in der britischen Hauptstadt, dessen Programmpunkte im Vorfeld nur teilweise öffentlich gemacht wurden.

Bhagwat war Anfang September in London eingetroffen. Nach Angaben der Organisation umfasste der Besuch Gespräche mit Mitgliedern der indischstämmigen Diaspora, akademischen Einrichtungen und Thinktanks. Zugleich blieben genaue Termine und Orte einzelner Treffen unter Verweis auf organisatorische Gründe unpräzise. Kritiker sahen darin den Versuch, Proteste zu erschweren. Die Rashtriya Swayamsevak Sangh erklärte, man sei offen für Dialog und betrachte die Reise als Teil der Aktivitäten zum hundertjährigen Bestehen.

Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen in Großbritannien hatten bereits im Vorfeld an den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan und an städtische Stellen geschrieben. Sie forderten, städtische Veranstaltungsorte nicht für RSS-nahe Formate bereitzustellen, und verwiesen auf Sicherheitsbedenken sowie auf politische Einordnungen der Organisation. Parallel dazu sagten mehr als hundert in Großbritannien ansässige hinduistische Verbände Unterstützung für Programmpunkte mit Bhagwat zu und betonten gemeinnützige und kulturelle Aktivitäten.

In Westminster wurden zudem Fragen zur Visumprüfung aufgeworfen. Abgeordnete wandten sich an die Regierung und erkundigten sich nach den Kriterien, unter denen Einreisegenehmigungen für prominente ausländische Gäste erteilt werden. Das Innenministerium verwies nach Medienberichten auf bestehende rechtliche Standards und die fortlaufende Abwägung zwischen Meinungsfreiheit, öffentlicher Ordnung und Sicherheit. Eine unmittelbare Neubewertung der Einreiseentscheidung wurde nicht bekannt.

Die Auseinandersetzung spiegelt eine länger bestehende Kontroverse um die Rolle der Rashtriya Swayamsevak Sangh in Indien und in der Diaspora. Kritiker ordnen die Organisation als nationalistisch und ausgrenzend ein, während Befürworter sie als gesellschaftlich engagiert und kulturell verankert beschreiben. Für die britische Innenpolitik sind die direkten Folgen bislang begrenzt. Der Vorgang hat jedoch eine breitere Debatte über den Umgang mit politisch umstrittenen Gästen, die Vergabe öffentlicher Räume und die Praxis der Visumprüfung neu belebt. Ob daraus weitergehende politische oder rechtliche Schritte in Großbritannien resultieren, ist offen und hängt von weiteren Reaktionen der beteiligten Akteure ab.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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